Advent, Advent, der Davidstern brennt

 

Rund um den 2. Advent 2017 brannten in Berlin ganz im Sinne der arabischen als Empörungsindustrie satirefähigen Fahnenverbrennfolklore „nur“ Davidsternfahnen, in Göteborg allerdings attackierte der antisemitische Mob eine Synagoge mit Molovcocktails. Es sollen keine Parallelen zum 9. November 1938 gezogen werden, auch waren die Dimensionen der Hassdemos geringer als im Sommer 2014, aber es waren mal wieder Hassauswüchse in Europa zu beobachten, siehe Beispiele in den Schnappschüssen, die eine ganz andere Realität in sich tragen, als es die äquidistanten Terrorversteher und Siedlungskritiker wahrhaben wollen.
Kommt hinzu: Fahnenverbrennen ist für die Polizei Berlin nicht nur „störungsfreier Protest“ sondern rechtlich voll in Ordnung, sagt Augstein.
Das sieht aber nicht jeder so.

 

 

Laut der zahlreichen Medienberichte, Talkshows und der öffentlichen Meinung stehen die aktuellen „Proteste“ unter dem Zeichen der vermeintlichen „Israelkritik“, kaum erträglich herbeiargumentiert, dass das, was gerade geschieht, spontane, legitime „Unmutäußerungen“ dagegen seien, dass sich die israelische Regierung erdreiste, seine Hauptstadt selbst zu benennen (wie es jeder souveräne Staat tut) und dass die USA Öl ins Feuer damit gössen, nach 22 Jahren nun den Kongressentscheid umzusetzen und seine Botschaft nach Jerusalem umziehen will.

 

Ja, die neue Welle antisemitischer Ausfälle in Europa entfachte hier auf den Straßen sichtbar erst nach den Aufrufen nach weltweiter Gewalt gegen Juden und Israel von Abbas (Tage des Zorns) und Hamas (Intifada!) infolge der Haltung der USA, Israels Hauptstadt Jerusalem als solche anzuerkennen. Die Entscheidung des US-Kongresses dazu fiel 1995 – zudem wiederholt von Ex-POTUS Clinton, Bush und Obama. POTUS Trump will nun die Konsequenz des Botschaftsumzugs ziehen, ohne einem bilateralen Frieden oder dem zukünftigen Status Jerusalems vorzugreifen.

 

Dennoch, viele fehleinschätzende Berichte und Kommentare, vordergründig aus Trump-Verachtung heraus, aber auch aufgrund des banalen Antiamerikanismus, Antizionismus, aus historischer Unkenntnis, beabsichtigter Verzerrung oder schlicht dem Willen, dem vermeintlichen Underdog und Opfer, den Palästinesern, zur Seite zu springen – hätten vermieden wären können, wäre der Rede Trumps – hier in in deutsch –  und den historischen Tatsachen Aufmerksamkeit geschenkt worden.

 

Wenn der deutsche Außenminister sagt, „dass gewaltbereite Konflikte aus anderen Ländern nach Deutschland transportiert und hier ausgetragen werden“, ist das beispielsweise eine solche Fehleinschätzung. Weder hat Israel irgendeinen Konflikt ans Brandenburger Tor, nach Neukölln, München, Malmö, Amsterdam, London oder Göteborg getragen, noch ist eine angekündigte und aufgehetzte Gewaltwelle aus einem anderen Land irgendwohin transportiert worden. Es handelt sich um blanken Judenhass und den globalen einseitigen Krieg gegen Israels Existenz mit unterschiedlichsten Mitteln.

 

In dieser Kollektion finden sich nun einige Artikel, Hintergründe und Kommentare, die dabei helfen, etwas differenzierter beurteilen zu können, ob nun Trump an allem schuld sein soll, ob Netanyahu der eigentlich Verantwortliche ist und die Juden in der Diaspora ja keine Juden sondern Zionisten und daher in die Pflicht für die Handlungen Israels zu nehmen seien, ob Antisemitismus ganz fürchterlich aber eigentlich ja nur Israelkritik ist.

 

Zur Erinnerung – es könnte längst einen palästinensischen Staat mit Ostjerusalem als Hauptstadt geben:

In den Osloer Verträgen, die 1995 in Washington von Yizchak Rabin und PLO-Chef Yassir Arafat unter der Regie Bill Clintons besiegelt wurden, erkannte Israel das Ziel eines palästinensischen Staates an. Es wurden Autonomieregelungen für das Westjordanland und Gaza festgelegt, doch die zentralen Streitpunkte blieben ausgeklammert: die endgültige Grenze zwischen Israel und dem Palästinenserstaat, der Status Jerusalems sowie das Rückkehrrecht für die seit der Staatsgründung Israels geflüchteten Palästinenser. Im Jahr 2000 versuchte Bill Clinton in „Camp David II“, Arafat und Israels Premier Ehud Barak zu einer Regelung dieser Probleme zu bewegen. Barak bot den Palästinensern neunzig Prozent des Westjordanlandes und Ostjerusalem als Hauptstadt an, mit der Einschränkung eines internationalen Status für den Tempelberg mit der Klagemauer. Arafat lehnte ab und löste die zweite Intifada aus, mit einer Welle von Selbstmordanschlägen.

 

Zur Erinnerung – wenn Israel trotzdem nicht müde wird, zu bilateralen Verhandlungen aufzurufen und von drei Bedingungen für den Frieden zu sprechen, dann sind das:

1. die Anerkennung des jüdischen Staates Israel
2. ein Ende des Terrors und
3. die Bereitschaft für bilaterale Verhandlungen um die Kernthemen Grenzen, Jerusalem und Flüchtlinge.

 

Zur Erinnerung – was die andere Seite als Bedingungen für ein Ende des Krieges sieht:

1. die Zerstörung Israels
2. ein judenfreies Palästina
3. ein palästinensischer Staat statt Israel
4. Keine Verhandlungen über Jerusalem oder irgend ein anderes Kernthema

 

Zur Erinnerung – dies sollen laut besorgter internationaler Gemeinschaft Israels Verhandlungspartner sein:

Der Chef der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas in Gaza erklärte am 19. Oktober 2017 bei einer Rede vor Jugendlichen:
„Es geht nicht darum, ob wir Israel anerkennen oder nicht, sondern um die Frage, wann wir es auslöschen und seine Existenz beenden.“

Palästinenserführer Abbas sagte einst:
„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Weitere entlarvende Zitate auf Heplev und unter O-Töne

 

 

Zur Erinnerung – Der Status Quo des Tempelsberges bleibt bestehen und ist nur bilateral zu verhandeln

Dass es seit dem Massaker von Hebron 1929 immer wieder Gerüchte und Lügen über die angebliche Zerstörung de AlAksa-Moschee durch Juden, das zuvor verhandelte Betreten des Tempelberges durch einen israelischen Politiker, oder die angebliche Status-Quo-Änderung durch Israel sind, sei es durch Ausgrabungen oder Metalldetektoren, was immer wieder zu Pogromen, Massakern, Terrorwellen, Intifadas oder Morden an Juden und Israelis führt, wird selten als Zeichen dafür gedeutet, dass es grundsätzlich um den Kampf gegen jüdische Anwesenheit im Nahen Osten geht. Stattdessen suggerieren die Kommentare, Israel, die Soldaten, die Siedler… seien ja selbst schuld. Stets sind die Palästinenser diejenigen, denen man ihre Wut und „alternative Rhetorik“ – aka Terror – zugestehen muss, da sie – wenn auch ohne jegliche Konzessionen – einfach nicht bekommen, was sie wollen: das Ende der jüdischen Existenz.
Und wenn eben gerade kein Anlass für eine Gewaltwelle, für ein Aufflammen dieses Krieges gegen Israel, vorliegt, wird einer fabriziert, an den Haaren herbeigezogen, als AlQuds-Tag jährlich etabliert oder gar irgend eine erfunden, um die islamistische, antisemitische Propagandamaschine zur Aufhetzung der Massen – von Imam-Freitagsgebeten über Klagen Abbas‘ vor der UN und EU, von TV- und Social-Media-Hetze über Terrorführer-Reden – loszutreten.

 

Zur Erinnerung – was meint wer mit „Palästina“?

So sehr man einen palästinensischen Staat befürworten mag, muss sich jeder, der von „Palästina“ spricht, im Klaren sein, was denn nun Abbas, Hamas, BDS und die Hassdemonstranten meinen, wenn sie von Palästina sprechen: es ist das Palästina statt – nicht neben – Israel, welches in Schulbüchern, offiziellen Logos und von Terrororganisationen gleichermaßen dargestellt wird. Mehr Worte als dieses Poster aus München von der Hassdemo am 9. Dezember 2017 braucht es nicht, um zu verstehen, dass hier kein „Konflikt anderer Länder“, sondern der offene Krieg gegen Juden auf europäische Straßen getragen wird:

Eine weitere anti-Friedens-Parole, die übrigens auf den Demos skandiert wird, ohne dass sie jemandem als etwas anderes als friedlicher Protest auffällt, ist, neben „Tod Israel“, „AllahuAkbar“, „Free Free Palestine“ und vielen weiteren: „Khaybar Khaybar ya yahud, jaish Mohammed sa yaoud“ („Chaibar, Chaibar, oh ihr Juden! Mohammeds Heer kommt bald wieder!“) – ein Verweis auf die Schlacht von Chaibar im Jahr 628, bei der der Prophet Mohammed und seine Anhänger gegen die in der Oase Chaibar lebenden Juden kämpften.

Diese Rhetorik ist jedoch genau diejenige, die Öl in das palästinensische Feuer gießt, indem sie die Menschen dazu auffordert, auf die Straßen zu gehen und Steine und Brandbomben auf jüdische und israelische Ziele zu werfen. Laut der Demonstranten, Palästinenserführer und Terrororganisationen hat der Kampf um Jerusalem erst begonnen.

 

 

 

Empfohlene Artikel, Kommentare, offizielle Positionen und Hintergründe

 

„Jerusalem ist eine arabische Stadt.“
„Es muss doch nicht unbedingt Jerusalem die Hauptstadt des Staates Israel sein.“

„Die Araber waren bereit, den internationalen Status von Jerusalem anzuerkennen, doch die Juden lehnten den Vorschlag ab. Auf Grund ihrer starren Haltung hält Israel heute die ganze Stadt illegal besetzt.“

„Jordanien hat den internationalen Status von Jerusalem anerkannt.“

„Von 1948 bis 1967 hat Jordanien allen Glaubensrichtungen in Jerusalem Religionsfreiheit zugesichert.“
„Jordanien hat die heiligen Stätten des Judentums geschützt.“

„Jordanien bemühte sich, die Lebensbedingungen im arabischen Ostjerusalem zu verbessern. Die israelischen Behörden dagegen ließen Hunderte von arabischen Häusern in diesem Teil der Stadt abreißen und machten ihre Bewohner obdachlos.“
„Unter israelischer Oberherrschaft wurde die Religionsfreiheit in Jerusalem eingeschränkt.“

„Israel verwehrt Muslimen und Christen den freien Zugang zu ihren heiligen Stätten.“

„Die israelische Politik begünstigt die Anschläge jüdischer Extremisten auf muslimische und christliche Einwohner der Stadt und auf ihre heiligen Stätten.“

„Israel hat die Rechte der palästinensischen Araber in Jerusalem eingeschränkt.“
„Laut UN-Resolution 242 gilt Ostjerusalem als ›besetztes Gebiet‹, deshalb verstößt
Israels Annexion Jerusalems gegen diese Resolution.“
„Ostjerusalem gehört zu einem palästinensischen Staat, weil hier schon immer palästinensische Araber und noch nie Juden gelebt haben.“

„Die im April 1990 erfolgte Umsiedelung von 20 jüdischen Familien in das St. John’s-Hospiz – ein Gebäude im christlichen Viertel von Jerusalem in der Nähe der Grabeskirche – ist ein Beispiel für Israels Strategie, die Nicht-Juden aus ihren Stadtteilen zu verdrängen.“
„Die israelische Polizei hat im Jahr 1990 auf dem Tempelberg in einem unprovozierten Angriff 17 arabische Gottesdienstbesucher ermordet.“
„Die Vereinigten Staaten sind nicht der Ansicht, dass Jerusalem die vereinigte Hauptstadt Israels sein sollte.“

„Der Tempelberg war schon immer eine heilige Stätte des Islam, während das Judentum keinerlei Bindung an den Ort hat.“

„Israel darf nicht die Kontrolle über den Tempelberg haben, weil es den Muslimen den Zugang zu ihren heiligen Stätten verwehrt.“

„Die Palästinenser haben die archäologischen Schätze des Tempelbergs sorgfältig bewahrt.“

„Mit dem Durchbruch des Westmauer-Tunnels bedrohte Israel die Unantastbarkeit des Tempelbergs und der Al-Aksa-Moschee und forderte eine Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat heraus.“
„Der internationale Status Jerusalems ist angesichts der kollidierenden Ansprüche auf die Stadt die beste Lösung.“
„1969 hat Israel versucht, die Al-Aksa-Moschee niederzubrennen.“

  • Videos:

 

 

 

 

 

 

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Veröffentlicht am Dezember 11, 2017, in Antisemitismus, Delegitimierung Israels, Jerusalem, Palästinenser. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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