Lernen von Israels Antiterrorkampf

zuletzt aktualisiert: 30.07.2016

 

Belgien, Frankreich und nun München und Ansbach: Die islamistischen Anschläge haben Europa erneut aufgeschreckt und wieder erscheinen vermehrt Kommentare, die darauf hinweisen, dass Israels Kampf gegen den Terror einer ist, der auch hier an Relevanz gewinnt.

 

Im Folgenden einige Stimmen, die empfehlen, die „israelischen Verhältnisse“ in Europa zu konfrontieren – mit „israelischen Verhältnissen“:

SAT.1 Frühstücksfernsehen: Die Wahrheit von Brüssel: Jetzt leben wir alle wie in Israel. Ein Kommentar von Claus Strunz

 

 

 

Europas Terror-Dilemma: Von Israel lernen

Neue Zürcher Zeitung26.07.2016: Die Terroranschläge von Paris und Nizza erfordern ein Umdenken der Europäer beim Thema Sicherheit. Viel lernen können sie dabei von …

Was wir von Israels Terrorabwehr lernen können

BILD26.07.2016: Der Blick nach Israel liegt nah: Kein Land der Welt ist so erfahren und so … „Anti-Terror-Einheiten sitzen nicht im Büro, sondern sind an den …

Axt-Attacke: Was wir von Israel lernen können – und müssen

DIE WELT20.07.2016: Terror gehört in Europa plötzlich zum Alltag – wie in Israel seit Jahrzehnten. Wird die Antwort ähnlich sein? In Israel sind Waffen überall, …

Anschläge: Israels Kampf gegen den Terror endlich begreifen

DIE WELT28.07.2016:  Ob in Israel oder in den USA: Die Attentate in Deutschland sind weltweit … Bayerns Innenminister muss zwar noch lernen den Namen des …

Israel könnte Vorbild sein: Wir müssen mit dem Terror leben

FOCUS Online21.07.2016: „In meiner Heimat ist Terror von Geburt an Teil des Lebens“, sagt Guy Katz, … unter dem Eindruck des Terrors lernen: „Die Anschläge in Israel haben … Muslimische Gläubige können uns helfen zu verstehen, wie und wo ihre …

Islam und Terror: In Israel gibt es keinen Krieg der Religionen

Tagesspiegel27.07.2016: In Israel gibt es viel Terror und viele Muslime. Aber eines gibt es nicht:

 

 

Alex Feuerherdt: Wie Israel mit dem Terror umgeht

“ (…) Was sich im November 2015 in Paris und am gestrigen Dienstag in Brüssel zugetragen hat, kennt man im jüdischen Staat zur Genüge. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu wird deshalb auch nicht müde zu betonen, dass die Islamisten, die in Europa ihr Unwesen treiben, vom gleichen Schlage seien wie diejenigen, die in dem von ihm regierten Land ihre Taten verüben. »Der einzige Weg, diese Terroristen zu besiegen, ist es, zusammenzustehen und gemeinsam zu kämpfen«, sagte er nach den Attacken in der belgischen Hauptstadt. »Es ist nicht so, dass wir ihnen Brüssel anbieten können oder Istanbul oder Kalifornien oder sogar das Westjordanland. Was sie wollen, ist unsere völlige Zerstörung und ihre totale Dominanz.« Doch aus Israel lässt man sich in Europa nur äußerst ungern etwas sagen. Dabei lohnt sich der Blick dorthin, auch in Bezug auf die Frage, wie man im jüdischen Staat mit dem Terror umgeht. (…).“

 

Kommentar von Ulli Tückmantel in der Westdeutschen Zeitung: Europa muss beginnen, von Israel zu lernen

“ (…) Es ist kein Zufall, dass in einer europäischen Hauptstadt Einrichtungen wie Flughäfen und U-Bahn-Stationen angegriffen werden können, während man Vergleichbares aus Israel nicht hört. Und das liegt etwa nicht daran, dass die Feinde Israels sich nicht Tag für Tag an Anschlägen und Morden versuchen würden. Selbstverständlich tun sie das. Nur hat die einzige westliche Demokratie im Nahen Osten eine Wachsamkeits- und Verteidigungskultur entwickelt, die ihre Bürger vergleichsweise wirksam schützt. Das setzt freilich voraus, dass man die permanente Bedrohung durch Terrorismus als Realität akzeptiert – und sich nicht zur Vermeidung von Unsicherheitsgefühlen wegduckt. (…)“.

 

Yossi Melman: Analysis: What Europe has to learn from Israel on security

“ (…) Sure, there is no hermetic security, and terrorists take advantage of loopholes. But there is no need to be a genius to understand that what happened yesterday in Brussels was a colossal security and intelligence failure. According to media reports, Belgian authorities had advance warning about an “imminent terror attack.” (…)

 

Lernen von Israel? Das rät der Sicherheitsexperte

Nach den Anschlägen überdenken Europas Flughäfen die Sicherheitsmassnahmen. Als Vorbild kann Israel dienen: Das Land muss seit Jahrzehnten mit der Terrorbedrohung leben. Ein Experte gewährt Einblicke.

 

Bassam Tawil: Was Frankreich und Europa lernen könnten

“ (…)  Statt aus den früheren Fehlern zu lernen und die Politik gegenüber dem israelisch-palästinensischen Konflikt im Allgemeinen und dem extremistischen Islam im Besonderen neu auszurichten, machten die Franzosen mit ihrer Strategie des Appeasement weiter, selbst nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo und den HyperCacher-Supermarkt.

Erst kürzlich hat Frankreich den EU-Plan unterstützt, Produkte aus israelischen Siedlungen zu kennzeichnen – zweifellos in dem Glauben, dass ein solcher Schritt dazu führt, dass die muslimischen Terroristen Frankreich in ihr Herz schließen. Doch wie die Terroranschläge von Freitag gezeigt haben, lassen sich der Islamische Staat und seine Unterstützer von antiisraelischen Maßnahmen nicht sonderlich beeindrucken.

Muslimische Terroristen interessieren sich nicht für die Siedlungen. Für sie ist das eine unbedeutende Kleinigkeit, verglichen mit ihrem Hauptziel und Traum: wirklich alle Ungläubigen zu töten und ein islamisches Reich zu gründen. Die muslimischen Terroristen, die in Israel und anderen Teilen der Welt Juden ermorden, trachten gleichfalls danach, jeden zu töten, den sie als Freund westlicher Werte im Allgemeinen wahrnehmen. Das betrifft vor allem Christen – diejenigen, die das Pech haben, immer noch im Nahen Osten zu leben, aber auch die in Frankreich und anderen westlichen Ländern.

Der Grund, warum muslimische Extremisten Israel zerstören wollen, sind nicht die Siedlungen oder die Checkpoints; sie wollen Israel zerstören, weil sie glauben, dass Juden keinerlei Recht hätten, irgendwo im Nahen Osten zu sein. Und sie wollen Europa zerstören, weil sie glauben, dass Christen – und alle anderen Menschen – kein Recht hätten, etwas anderes zu sein als muslimisch. Das ist auch der Grund, warum Muslime sich nicht besonders für die Entscheidung der EU interessieren, Produkte aus israelischen Siedlungen zu kennzeichnen. Es ist bemerkenswert, dass diese Entscheidung nicht einmal auf eine arabische oder islamische Initiative zurückgeht.

Die Entscheidung der EU, Produkte aus israelischen Siedlungen zu boykottieren, hat an die Feinde Israels und der westlichen Werte die völlig falsche Botschaft gesendet. Diese Feinde des Westens betrachten die Entscheidung, solche Produkte zu kennzeichnen, lediglich als den ersten Schritt in Richtung einer Kennzeichnung von ganz Israel als „illegaler Siedlung“. Es ist nicht überraschend, dass die Ersten, die die Entscheidung feierten, die Hamas und der Islamische Dschihad waren.

Was Frankreich und die westlichen Länder nicht verstehen, ist, dass Zugeständnisse und Gesten von den Terroristen als Zeichen der Schwäche missdeutet werden und sie zu weiterer Gewalt einladen. Wenn die Terroristen sehen, dass ihr Druck wirkt, dann sollte ein Erhöhen des Drucks noch mehr bewirken!

Hier im palästinensischen Volk werden die europäischen Boykotte nur als zynisch und herzlos betrachtet – Versuche, einer räuberischen Führung auf Kosten des Volkes zu schmeicheln. In den Augen der Palästinenser dienen die Boykotte dazu, das palästinensische Volk in den Fängen seiner korrupten Führung zu halten; das ermuntert uns dazu, noch einmal die Angebote der Extremisten zu überdenken – die einzige Wahl, die man uns lässt.

Was die Europäer hätten lernen können, ist, dass die Anschläge von Paris das sind, womit wir alle hier – Muslime, Christen und Juden – seit Jahrzehnten leben. (…)“

 

DAVID HOROVITZ: Will the West now adopt Israel’s anti-terror strategies?

Op-ed: There is a way to protect your citizens and take the attack to your Islamist enemies. It’s how Israel defeated the Second Intifada… and got castigated in the process.

“ (…) In fact, I’m waiting to see how many more prominent figures who should know better will follow the lead of Sweden’s foreign minister and contort themselves to somehow partly implicate Israel for the evil actions of a death cult that has persuaded its followers to kill and be killed in the name of god. That argument is so risible it can hardly be articulated: If only we’d done what the international community told us to do, the claim apparently insinuates, and given up the West Bank like we gave up Gaza (placing our entire country at grave potential risk in the process), Islamic State might not have massacred 129 people in Paris and would not now be threatening the United States.

Honestly, words fail.

At the very least, however, I do recommend that the leaders and security chiefs of France and the rest of Europe and North America reach out to those Israeli counterparts they’ve so often judged and critiqued, to benefit from our bitterly accumulated experience in fighting Islamist terrorism.

There is no absolute defense against terrorism. And there are no offensive panaceas either. But there are effective strategies.

Israel would not have survived without them. Friday in Paris signaled that the rest of the free world needs to adopt many of them too.“

 

German intelligence: We need to deal with terror like Israel does

‚We can’t surrender to terrorism,‘ says head of Germany’s internal intelligence the day after he ordered cancellation of a soccer match because of suspected bomb.

 

Telegraph: We are all fighting like Israel now

 

Marko Martin in der WELT: Israel zeigt, wie man mit Terror fertig wird

Dass es im jüdischen Staat relativ wenige Anschläge der arabischen Staatsbürger gibt, liegt an einem Geflecht aus Kontrolle und Liberalität. Dazu gehört auch das umstrittene „ethnic profiling“.

 

Ayaan Hirsi Ali on Combating Terror: ‚Stop Demonizing Israel, Learn From Them‘

Ayaan Hirsi Ali in der WELT: Wir müssen Dinge tun, die bisher undenkbar waren. Die Anschläge von Paris sind ein Wendepunkt. Europas Politik muss jetzt Maßnahmen ergreifen, die bisher umstritten waren: Einwanderungsgesetze ändern, Grenzen besser sichern – und von Israel lernen.

 

 

 

 

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Gelernt?

 

Wer aber nun glaubt, Europa erkenne Israel nun als Partner in der Front gegen Terror an, der irrt – denn statt die Hamas wieder auf die Terrorliste zu setzen, nachdem sie aus „rein technischen Gründen“ von ihr gestrichen wurde, setzt Europa israelische Produkte nun „aus rein technischen Gründen“ auf die Kennzeichnungsagenda.

Wer aber nun glaubt, Europa würde Empathie gegenüber Israels Situation haben, der irrt – weder ein Sicherheitszaun gegen das Eindringen von Terroristen, noch Operationen gegen Raketenabschussbasen, noch gezielte Terrorzellenaushebung werden goutiert, sofern die Maßnahmen zum Schutz israelischer Bürger eingesetzt werden und durch sie auch nur ein einziger Palästinenser in seinen Rechten beschnitten wird, ohne Kontrolle und voll bewaffnet von Jenin nach Netanya zu spazieren. Stattdessen werden die nächsten Flotillen geplant.

Wer aber nun glaubt, europäische Medien würden von ihrer Israel-dämonisierenden Strategie abweichen und in ihren Schlagzeilen die Anfgreifer, nicht die Verteidiger, bedauern, die Anschläge in Israel nicht als Terror sondern lediglich als von Israel selbstverschuldeten Verteidigungs- und Freiheitskampf bezeichnen, der irrt – ob 13jährige palästinensische Täterkinder oder gestandene vollverschleierte Hausfrauen, die auf Israels Straßen Messerattacken auf israelische Büger verüben, stets findet nur eine Nachricht den Weg in die Medien: Israel erschoss….

Und noch unglaublicher: die schwedische Außenministerin, finnischer Ex-Präsident und ein holländischer Politiker stimmen dem verschwörungstheoretischen Sermon, den auch die Fatah und auch Iran kolportieren, ein, dass die Anschläge in Europa auf Israels Palästinenserpolitik zurückzuführen sei.

Wer braucht schon Fakten, wenn man Israel als Sündenbock hat, so Ben Dror Yemini.

 

 

Aus dem Blog Tapfer im Nirgendwo:
Wenn Frankreich Israel wäre, dann gäbe es in der Presse jetzt dies zu lesen:

“Nach den jüngsten Ereignissen in Paris fordert der deutsche Aussenminister beide Seiten auf, Zurückhaltung zu üben, um eine weitere Eskalation zu verhindern.”

“Der Frankreichkritiker Jochen Hodentöter postet auf seiner Facebookseite: ‘Der Kriegspräsident François Hollande bombardiert unschuldige Menschen. Ist das der richtige Umgang mit verzweifelten Jugendlichen? Es droht ein Flächenbrand! Eins ist klar, mit Hollande auf der einen Seite und Abu Bakr al-Baghdadi auf der anderen Seite, kann es keinen Frieden geben. JH’”

“Würgen Jickert twittert: ‘François Hollande und Abu Bakr al-Baghdadi sind Brüder im Geiste!’”

“Die Parteivorsitzende der Partei Die Linke gibt bekannt, dass ihre Partei zwar keine gewalttätigen Aktionen billige, aber sie rät der französischen Gesellschaft, das Problem der Apartheid in Frankreich anzugehen, das junge Menschen überhaupt erst zu solchen Verzweiflungstaten treibt.”

“Die Vereinten Nationen fordern Frankreich in einer Resolution dazu auf, sich auf eine Grenze in Paris zu verständigen, so dass beide Konfliktparteien friedlich Seite an Seite leben können. Als Zeichen des Friedens wurde vor dem UN-Gebäude die Fahne des Islamischen Staates gehisst.”

“Französische Polizei macht Jagd auf arabische Migranten!”

 

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Nicht nur im Kampf gegen Terror, auch im Kontext der Flüchtlingskrise ist es wert, einen Blick auf Israel und seine Integrationspolitik zu werfen

 

 

MOSHE ZIMMERMANN UND SHIMON STEIN: Was kann Europa von Israel lernen?  (FAZ)

Das kleine Israel hat nach seiner Staatsgründung Millionen Einwanderer aus aller Welt aufgenommen und integriert. Für Europa und Deutschland lassen sich daraus Lehren zur Bewältigung der Flüchtlingskrise ziehen – positive wie negative. Ein Gastbeitrag.

Direkt bezogen auf Stein/Zimmermann der Kommentar von
Ulrich Sahm: Was kann Europa von Israel lernen? (Audiatur online)

 

CHEN TZOREF-ASHKENAZI: FLÜCHTLINGSKRISE – Was Deutschland von Israel lernen kann (Cicero)

Das kleine Land Israel hat es geschafft. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion strömten Hundertausende aus dem Osten ans Mittelmeer. Israel profitierte letztlich von der Wanderungsbewegung. Deutschland könnte das auch

 

Andreas Hecht: Masseneinwanderung – Was Europa und Deutschland von Israel lernen können (democratic post)

Das kleine Land Israel nahm seit seiner Gründung Millionen Menschen aus aller Welt auf. Europa und Deutschland können aus der Einwanderungsgeschichte Israels Lehren ziehen zur Bewältigung der aktuellen Masseneinwanderung. Die Erfolgsgeschichte der Integration von Menschen aus aller Welt könnte durchaus für Europa als Beispiel dienen.

 

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Und wenn wir schon beim Lernen von Israel sind…..

 

Nachhaltige Infrastrukturen: Kann Europa von Israel lernen?
Eine Projektreise von Netzwerk Europa – Ehemalige des Studienkollegs zu Berlin e.V.

 

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Attacken in Israel – kein Terrorismus?

Spiegel Online veröffentlichte eine Fotostrecke mit dem Titel: „Attentate weltweit: Im Visier der Terroristen“ – und dreimal dürfen Sie raten, welches Land unter den 22 Beispielbildern nicht zu finden ist. Da Angriffe auf Israelis – von Messer- und- Autoattacken bis hin zu Selbstmordanschlägen – oftmals als vielleicht überzogene, aber irgendwie doch nachvollziehbare Reaktionen auf die „israelische Besatzung“ und die daraus folgende „palästinensische Hoffnungslosigkeit“ gesehen werden, ist die Antwort wenig überraschend: Es ist der jüdische Staat, der in der Spiegel-Aufzählung der Terrorziele nicht vorkommt.

Obwohl Israel wie kaum ein anderer Staat im Fadenkreuz islamistischer Terroristen steht, nennt der Spiegel nicht einen der unzähligen Angriffe, mit denen das Land seit seiner Gründung konfrontiert ist. Um nur einige wenige derjenigen herauszugreifen, die sich in den letzten 15 Jahren ereignet haben – und von Organisationen durchgeführt wurden, die sich jetzt heuchlerisch vom IS-Terror distanzieren:

  • Der Selbstmordanschlag auf die Diskothek Dolphinarium in Tel Aviv am 1. Juni 2001, bei dem 21 Menschen getötet und 120 verletzt wurden.
  • Der Selbstmordanschlag auf die Sbarro-Pizzeria in Jerusalem am 9. August 2001, bei dem 15 Menschen getötet und 130 verletzt wurden.
  • Der Selbstmordanschlag auf das Park Hotel in Netanya während einer Pessach-Feier am 27. März 2002, bei dem 30 Menschen getötet und 140 verletzt wurden. Wie eine Studie des Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Centerbelegt, verübten palästinensische Terroristen allein zwischen September 2000 und Dezember 2005 insgesamt 147 Selbstmordanschläge, bei denen über 500 Israelis getötet wurden.
  • Der Selbstmordanschlag auf das Restaurant Rosh Ha’ir in Tel Aviv am 17. April 2006, bei dem 11 Menschen getötet und über 60 verletzt wurden.
  • Der Angriff auf eine Synagoge in Jerusalem am 18. November 2014, bei dem 4 Menschen getötet und 7 verletzt wurden, einer davon so schwer, dass er 11 Monate später starb.
  • Als Selbstmordanschläge müssen schließlich auch die vielen palästinensischen Attacken auf israelische Juden der vergangenen Wochen gesehen werden, bei denen die Angreifer ihren Tod einkalkuliert haben mussten. Den Spiegel lässt all das kalt – für ihn befindet sich der jüdische Staat offenbar nicht „im Visier der Terroristen“.

(Quelle: mena-watch)

Siehe auch die Kollektion zur 3. Intifada sowie ihre Chronologie unter Welcher Terror?

 

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#JesuisCharlie & #JesuisParis und das Gespenst “Islamophobie”

Dass der islamistische Terror auch Europa erreicht hat ist anscheinend noch kein ausreichend lauter Weckruf, um die folgenreiche Appeasementpolitik gegenüber den Terror finanzierenden Staaten über die Hofierung von Terrororganisationen bis hin zum heimischen Umgang gegenüber den Rückkehrern aus Terrortrainingaufenthalten im Nahen Osten oder islamistischen Netzwerken zu überdenken. Derzeit gibt es ausreichend wohlgemeinte Ratschläge, wie mit der Terrorgefahr umzugehen sei, die aus allen Richtungen kommen.Netanyahu ruft die Juden Europas auf, nach Israel zu kommen.

Die nun immer häufiger auftauchenden exklusiven Warnungen vor Islamophobie und Aufrufe zur Solidarität mit Muslimen, die sich nun – nach all dem Terror, der angeblich nichts mit dem Islam zu hat – bedroht fühlen, verwundern. Nicht, weil es nicht auch islamfeindliche Bewegungen und Gewaltakte gegen Muslime und Moscheen gäbe, sondern wegen Beispielen wie zuletzt erlebt beim “Friedensring” in Oslo, der “Gegen Antisemitismus und Islamophobie” gerichtet war, deren Initiatoren jedoch recht proaktiv Israel das Existenzrecht absprechen.

Löblich sind da Artikel wie jener, in dem die türkischstämmige Muslimin Güner Yasemin Balci sich klar gegen den tödlichen Irrsinn im Namen Allahs abgrenzt und zu einer modernen Lesart des Islam aufruft: Der Islam ist eine geladene Waffe

 

Josef Joffe schreibt in der ZEIT:

Der „Dritte Weltkrieg“, der seit den Anschlägen in Paris durch die Medien geistert, entspringt einer überhitzten Fantasie. Weltkrieg? Paris ist nicht einmal Europas 9/11. Die Bomben in einem Vorortzug von Madrid haben 2004 fast doppelt so viele Menschen getötet. Dennoch markiert Paris den Beginn einer gefährlichen Phase des islamistischen Terrors. In der französischen Hauptstadt hat der „Islamische Staat“ eine neue Offensive gestartet. Der IS hat den Städtekrieg aus dem Nahen Osten ins Herz von Europa getragen.

Bisher hat der IS im Westen nur „einsame Wölfe“ eingesetzt. Paris aber war sorgfältig choreografiert, die Terroristen bewiesen höchstes taktisches Geschick. Und das einen Tag nachdem US-Präsident Barack Obama die „Eindämmung“ des „Islamischen Staats“ gefeiert hatte.

Die Bedrohungslage hat sich verschärft. Das zeigte sich, als in Hannover das Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande abgesagt wurde. CIA-Chef John Brennan hält Paris nicht für ein „einmaliges Ereignis“ und warnt vor Attacken, die schon „in der Pipeline“ seien. Mit welchem Ziel? Ein Schlüsselwort der IS-Propaganda ist die „Zerstörung der Grauzone“, in der sich Europas Muslime befänden: zwischen Gut und Böse, dem Kalifat und den Ungläubigen. Die Terrorangriffe sollen den Westen gegen seine muslimischen Bürger aufbringen, eine Überreaktion soll diese radikalisieren. Dann würden sie die „Grauzone“ verlassen und in Scharen zum IS überlaufen.

Absurd ist dieses Szenario nicht. Das „Wir gegen die“, das Europas extreme Rechte propagiert, würde dem IS tatsächlich neue Kämpfer zutreiben. Umso wichtiger ist es, den „Kampf der Kulturen“ als Unfug zu entlarven. Der Hauptkonflikt tobt innerhalb des Islams, einer „Kultur des Kampfes“, bei dem sich die Völker und Sekten gegenseitig zerfleischen – mit tausendfach größeren Opferzahlen.

 

 

Die Anschläge von Paris zeigen nicht das Problem einer „Islamophobie“, sondern das Problem des wachsenden Antisemitismus, analysiert Jan-Philipp Hein.

Blind und selbstzensierend ist er, der Umgang mit dem Religiösen Faschismus, wie ihn die NZZ am 17.1. beschreibt.

Wie kompliziert es sich derzeit bei all den drohenden Gefahren von Faschisten und Antisemiten aller Art anfühlt, beschreibt Sophie Dannenberg in “Ein Nazi muss deutsch sein, sonst ist er keiner”

Ist der Aufruf der Muslime aus Verbänden, Zivilgesellschaft und Politik zur Mahnwache für ein „Weltoffenes und tolerantes Deutschland und für Meinungs- und Religionsfreiheit” am Pariser Platz (Brandenburger Tor) am 13.01.2015, zu der sich Frau Merkel wohl angekündigt hat, ausreichend?

Ob die richtige Reaktion ist, wie im Falle der jüngsten Anschläge von Paris, auch in Deutschland nun lautstark vor “Islamfeindlichkeit” zu warnen? Ja, es gibt eine Islamfeindlichkeit, die pauschalisiert, aus der rechten Ecke ressentimentbeladen hetzt und nun auch die Opfer von Paris instrumantalisiert. Denen kann man nur den Kommentar von Denis Yücel “Das verlogene, beschissene Aber” entgegenhalten.

 

Leider nicht verwunderlich und keinen #JesuisCharlie alarmierend: Die islamistische Terrorzelle, die im belgischen Verviers ausgehoben wurde, plante einem Medienbericht zufolge Angriffe auf jüdische Schulen die zu “judenfreien Zonen” werden sollen. Aber #JesuisJuif is nich.

Es besteht eine gewisse Blindheit gegenüber der terroristischen islamistischen Gefahr innerhalb Europas, die nicht zufällig auch Juden zum Ziel hat.

In Europa weigert man sich, einen Zusammenhang zwischen den Terroristen und jenen zu sehen, die ihnen zujubeln. Erst kürzlich hat das Europäische Gericht die EU aufgefordert, die Hamas von der europäischen Terror-Liste zu streichen. Gleichwohl bestätigen Aussagen der Attentäter und frühere Interviews mit ihnen, dass es Verbindungen zu dem Geflecht islamistischer Organisationen gab, zu IS wie zu El Kaeda.

Das Charlie-Hebdo-Massaker könnte für Frankreich ein „Weckruf“ sein, heißt es in israelischen Berichten. Die geheiligte Pressefreiheit sei ins Herz getroffen worden. Doch der Überfall auf den Supermarkt reihte sich wieder in den „üblichen“ Terror aus Nahost ein: Anschläge auf jüdische Einrichtungen, wie zuvor schon in Toulouse oder auf das jüdische Museum in Brüssel, so U. Sahm in Ein blutiger Weckruf.

 

Dass Israel sich der gleichen Gefahr seit dem Tag seiner Existenz gegenüber sieht, ist Teil dieser Blindheit, die man mit Sonntagsreden zum Ausdruck bringt.

“In ihren Reden formulieren deutsche Staatsführer die „moralische und historische Verantwortung“ ihres Landes gegenüber Israel und dem jüdischen Volk nach der Shoah immer wieder von neuem. So sollte es sein: die Erben des Nazi-Regimes können die sechs Millionen nicht wieder zum Leben erwecken, doch sie können helfen, Israel – den Nationenstaat des jüdischen Volkes − vor Angriffen zu schützen.

Auf dieser Basis hat die deutsche Regierung wichtige Verteidigungstechnologie – wie z. B. U-Boote – geliefert, um Israels Abschreckungspotential gegenüber dem Iran zu stärken. Und ranghohe Offizielle, unter ihnen Kanzlerin Angela Merkel, haben bekundet, dass sie die Dämonisierung Israels ablehnen. Diese Dämonisierung zeigt sich z. B. in gewissenlosen Aufrufen, Israel zu boykottieren, in der Instrumentalisierung von juristischen Verfahren und Institutionen gegen Israel („lawfare“) und in immer wiederkehrenden falschen Anschuldigungen, nach denen Israel „Kriegsverbrechen“ begangen haben soll.

Doch es existiert eine große Kluft zwischen den Worten der Staatsführer und den Taten ihrer Regierungen – insbesondere, wenn es darum geht, Steuergelder an Nichtregierungsorganisationen (NGOs), politische Stiftungen und Kirchengruppen zu geben, die wesentlich an Israels Delegitimierung beteiligt sind. Europäische Gelder im Allgemeinen und deutsche Gelder im Besonderen sind Treibstoff und Munition für die politische Kriegsstrategie gegen Israel, die 2001 während des berüchtigten NGO-Forums der Durban-Konferenz festgelegt wurde. Die Teilnehmer der Konferenz erklärten als ihr Ziel „die vollständige internationale Isolation Israels als Apartheidstaat“. In vielen Teilen Europas und Deutschlands –insbesondere in Universitäten, Kirchen und Gewerkschaften− zeigt diese heimtückische Art der Kriegsführung Erfolg bei der Dämonisierung Israels,” so Gerald Steinberg.

 

 

Vor Brüssel war es Paris, die Anschläge vom 13. November 2015.  Aber schon nach den Anschlägen auf „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 hatte Frankreichs Innenminister Manuel Valls eine vielbeachtete Rede vor der Nationalversammlung gehalten, die unter anderem diesen wichtigen Satz enthielt: „Die Geschichte hat uns gezeigt, dass das Erwachen des Antisemitismus das Symptom einer Krise der Demokratie ist.“

Die Krise in Europa hat nun ein paar Leute mehr als jene, die es bisher in ihrem Alltag auf nicht ungefährliche Weise betraf, aufgeweckt. Doch die bisherigen Anschläge gegen Juden und jüdische Ziele wurden stets einem nicht-antisemitischen Kontext zugeordnet, sondern als legitime „Israelkritik“. Dass diese hass- und gewaltvolle „Israelkritik“ in ihrem Wesen eben doch zumeist antisemitische Ideologie aufzeigt, wird noch immer nicht als Indiz für die Krise anerkannt.

Und dass Antisemitismus und Antiisraelismus zu Terror gegen nicht nur Juden und jüdische Ziele, sondern seit Anbeginn des Staates Israel auch gegen den jüdischen Staat zufolge hat, wird jüngst erst vereinzelt geschlussfolgert. Doch das geschieht nicht den eigenen Doppelstandard gegenüber Israel reflektierend, um Israel weniger für seinen Antiterrorkampf, der als Repressionspolitik gegen Palästinenser missverstanden wird, anzuklagen und zu verurteilen, sondern um in Betracht zu ziehen, ob sich Europa von den seit jeher so stark verurteilten Methoden Israels vielleicht nicht doch etwas abgucken kann.

 

 

 

Veröffentlicht am November 19, 2015, in Demokratie, Israelkritik, Israels Recht auf Selbstverteidigung, Terror gegen Israel. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Was Herr Dr. Mahmud Abbas betreibt ist eine Zumutung. Seit mehr als zwei Monaten hetzt er nicht nur gegen den Jüdischen Staat Israel sondern auch gegen Juden. In palästinensischen und in arabischen Medien, in diversen sozialen Medien im Internet, ganz besonders im Facebook und Twitter.

    Abbas hat vor UN Gremien bereits die Existenzberechtigung Israels in Frage gestellt.

    Abbas hat nichts dazu beigetragen, die Situation in Israel zu entspannen. Seine Schlächter und Schlächterinnen morden.

    Was ich bedaure ist, dass Israel bisher noch nichts gegen Abbas unternommen hat. Möglicherweise sind Israel aber auch die Hände gebunden und rechtlichen Möglichkeiten einer angemessenen Reaktion sind stark eingeschränkt.

    Ich hoffe, dass die Israelischen Regierung abklärt, wieweit sich die jüdischen pro-palästinensischen NGO’s an diesem Morden mitschuldig gemacht haben. Diese NGOs sind: Der NIF (Notorisch:Infam:Feindlich), B’tselem, Breaking the Silence, RHR, JFP, JVJP.CH, JStreet, JCall und weitere.

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