Einer geht noch! #OffenerBrief

zuletzt aktualisiert: 16.10.2014

 

Man kann den Eindruck gewinnen, während die nahöstliche Welt aus dem Lot gerät, es manifestieren sich in Deutschland als weitere der vielen Nebenwirkungen der Ereignisse diesen Sommers das Phänomen der allgegenwärtigen Gretchenfrage, das der grassierenden Offener-Brief-Plage und des Doppelstandards.

Es gibt kaum jemanden, der sich solidarisch mit Israel zeigt, der nicht seinen online- und/oder offline-Freundeskreis dezimieren muss, der sich nicht Anfeindungen bei Nennung seines Urlaubsortes Israel  gegenübersieht, der nicht einem Shitstorm, Drohungen oder Übergriffen ausgesetzt ist, wie MdB Connemann, FDP-Politiker Huch. Demonstranten mit Israelfahne werden attackiert und Journalisten sehen sich Morddrohungen gegenüber. Lebensgefährlich, wenn man am falschen Ort zur falschen Zeit ist und die Gretchenfrage nicht pro-Hamas beantwortet.

Doch wo ist derzeit in Deutschland der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt, sich für 8 Millionen Israelis (Juden, Christen, Araber, Druzen, Beduinen, Bahai…) und 1,8 Millionen Palästinenser im Gazastreifen nichts sehnlicher als Frieden und Schutz vor dem Hamas-Terror zu wünschen und dies auch sagen und zeigen zu können, wenn nicht auf der Straße, nicht in seinem sozialen Umfeld, nicht in den sozialen Medien? Mehr zum Thema im Blogbeitrag  Momentaufnahme: Antisemitismus in Deutschland.

Die Gretchenfrage „Terrorversteher oder Solidarität mit dem jüdischen Staat, der sich gegen islamistischen Terror verteidigt?“ erlaubt kaum mehr einen echten Argumentationsaustausch, denn all diese obessiv-einseitigen, äquidistanten Ja-aber-Israel-Kläger sind blind und taub dafür, dass von jenen, die Israels Verteidigungsrecht und -pflicht unterstützen, meist im gleichen Atemzug, im gleichen Facebook-Post, im gleichen Blogbeitrag, auf dem Demo-Poster nebendran, die Forderung formuliert wird, die Palästinenser von der Hamas zu befreien, um dort die Basis für eine friedliche Koexistenz mit zukünftiger Kooperation für gemeinsamen Fortschritt und Frieden zu schaffen.

Und eben jene obessiv-einseitigen, äquidistanten Ja-aber-Israel-Kläger erkennen Israels Bredouille nicht an, erkennen teils sogar Israels Selbstverteidigungsrecht nicht an und erkennen vor allem nicht ihre eigene Lektion aus der Geschichte an, sondern drehen sie – ob eines möglichen Wiederholungswunsches ? – um. Die Forderung nach politischem und ökonomischen Druck auf Israel – und nur auf Israel – soll den existentiell bedrohten Staat noch mehr in die Knie zwingen um Tür und Tor für seine Vernichter zu öffnen, wohlverpackt in schizophrenem, scheinheiligen Doppelstandard.
Hinzu kommt, sie rotten sich ungebeten in Offenen Briefen zusammen.

Ihr Raison d’être ist, in ihrer vor sich her getragenen Funktion oder wahlweise in ihrer Freizeit gegen Israel zu agitieren, sich in der BDS-Kampagne zu engagieren, oder, den eigenen Branchen- oder Post-Promi-Status nutzend, auf populistische Art Beifall des ebenso besessen „israelkritischen“ rechten bis linken Randes und des Mainstreams, ob mit oder ohne Migrationshinter- oder -vordergrunds, zu erheischen und nebenbei die ahnungslosen aber stetig und mit medialer Unterstützung israelfeindlich vorgeprägten Massen einzufangen.

Es war bei Grass’ letzter Tinte so wie es auch derzeit mit der Offene-Briefe-Plage wieder ist, dass die üblichen Verdächtigen in populistischer Weise all jenen Akteuren im Nahen Osten zur Seite springen, die Israel vernichtet sehen wollen.

Aber genau wie im April 2012 dauert es nicht lange, dass ihnen vehement und ihre Argumentation demontierend widersprochen wird.
Kaum eine Reaktion, die nicht voll ins Schwarze träfe, um aber auch wirkliches jedes Argument zu widerlegen – auch die satirischen und polemischen Reaktionen sind wohltuender Balsam.

Allerdings – man hätte es auch so machen können: Hollywood heavyweights come out in support of Israel

In open letter published Saturday, stars such as Arnold Schwarzenegger, Sarah Silverman and Seth Rogen express support for Israel. The letter decries Hamas attacks on Israel and its operation within civilian population centers, and condemns the organization for its charter that calls for the killing of Jews. Hamas, it says, „cannot be allowed to rain rockets on Israeli cities, nor can it be allowed to hold its own people hostage. Hospitals are for healing, not for hiding weapons. Schools are for learning, not for launching missiles.“ Was ihnen nun blüht werden sie sicher gewusst haben.

Diese Kollektion widmet sich also dieser aktuell grassierenden Offener-Brief-Plage, der redundant-einseitigen Perspektive der Unterzeichner und dem damit einhergehenden Doppelstandard.

 

Offene Briefe

 

Nahostexperten?

Beginnen wir mit dem offenen Brief der 90 “Nahostexperten” an die Bundesregierung und den Bundestag und der Antwort eines Wissenschaftlers mit nicht geringer Expertise auf dem Gebiet des Antisemitismus, muslimischen Antisemitismus und dem Iran und den daraus über Dekaden gewachsenen Verflechtungen in die heutige Zeit, deren „Zielgruppe“ Juden und Israel, ebenso wie Jesiden und Christen, ebenso wie die westlichen Werte zählen.

Matthias Küntzel zerfleddert Stück für Stück die Argumente seiner selbsternannten Berufskollegen:

„Selten wurde das Debakel der deutschen Nahostforschung so kompakt illustriert wie im „Offenen Brief von deutschen Nahost-Experten zur Gaza-Krise“, der seit einigen Tagen kursiert.
Zwar fehlen einige wichtige Namen, doch gehört zu den 94 Erstunterzeichnern die Führungsspitze des Berliner „Zentrum Moderner Orient“ (ZMO), das hauptsächlich aus Mitteln des Berliner Senats und der Bundesregierung finanziert wird, um uns den Nahen Osten zu erklären.
Zu den weiteren Unterzeichnern gehören Leiter von Universitätsabteilungen und Hilfsorganisationen, Mitarbeiter der Heinrich-Böll-Stiftung, seriöse Forscher wie Stefan Wild und Helmut Mejcher und hoffnungslose Fälle à la Michael Lüders und Ludwig Watzal.
Angeführt wird die Liste wohl nicht zufällig von Helga Baumgarten, einer Professorin aus dem Westjordanland, die 2006 eine apologetische Schrift über die Hamas veröffentlichte und darin die Hamas-Charta von 1988 dokumentiert. Damals erklärte sie die Charta für „weitgehend überholt“ und berief sich auf „führende Hamas-Mitglieder“, die ihr „in langen Gesprächen“ erklärt hätten, dass die Neuformulierung der Charta längst in Arbeit sei.
Doch das war heiße Luft. Das antisemitische Machwerk blieb unverändert. Bis heute beruft sich die Hamas auf die „Protokolle der Weisen von Zion“ wie auch auf den Befehl des Propheten: „Die Muslime werden sie [die Juden] töten“. Die Charta verspricht, „Allahs Banner auf jeden Zoll Palästinas zu hissen“, Israel also auszulöschen.
(…)
Der „Offene Brief“ fällt den Palästinensern in den Rücken, die für Freiheit und Frieden, d.h. gegen die Hamas kämpfen. Er erschwert friedliche Lösungen, weil er die moderaten Kräfte der Palästinenser ignoriert und auf das islamistische Lager setzt. Er begünstigt den Judenhass auf deutschen Straßen, weil er vom Antisemitismus der Hamas nichts wissen will.
Zusätzlich hat er den Berufsstand des „Nahost-Experten“ desavouiert. Dies zumindest mag ein Fortschritt sein“.
Zum vollständigen Beitrag -> Lesebefehl d.Red.

 

Professor Michael Woffsohn äußert sich im Focus in So wollten deutsche Schreibtisch-Täter am Gaza-Krieg viel Geld verdienen zu dem „Expertenbrief“:

“ (…) Höchstes Ansehen genießt immer noch der Doktor- und erst recht der Professor-Titel auf der Visitenkarte oder im Briefkopf. Das ist nebenbei auch der Grund, weshalb so mancher hierzulande sich auf Teufel komm´ raus den Doktortitel abschreibend zusammenschrieb.
Bei näherem Hinsehen entpuppen sich die Experten bzw. Spezialisten als Exponenten bzw. Lobbyisten. Sie vermischen fachkundige Analyse und persönliche Interessen; seien sie politisch, wirtschaftlich oder freundschaftlich. Das ist erlaubt, aber mit fachlich-sachlicher Expertise hat es nichts zu tun. (…)

Ja, sie kennen den Nahen Osten. Ja, sie forschen dort. Ja, sie haben dort Freunde. Ja, sie arbeiten dort und so mancher nicht zuletzt mit und für finanzstarke arabische oder iranische Geschäftspartner. Man schaue auf die Website des einen oder anderen. Die meisten sind also mit der Arabisch-Islamischen Welt nicht nur ideell, sondern vor allem materiell verbunden und von ihr abhängig. Diese Abhängigkeit gilt auch für Zugänge zu Dokumenten oder vertraulichen Informationen. (…)
In jenem offenen Brief folgt eine detaillierte, einseitige Schuldzuweisung an Israel sowie eine Verharmlosung der Hamas. Der Ton des Briefes ist ausgesprochen höflich und hebt sich von vergleichbaren Schreiben anderer ab, denn meistens wird gefordert. Die Unterzeichner dieses Offenen Briefes aber „bitten“ die Adressaten. Sie plädieren für mehr israelkritische Akzente in der deutschen Nahostpolitik und bitten neben anderem darum, die „Zerstörung ziviler Infrastruktur“ in Gaza, „die seit Jahren mit EU- und bundesdeutschen Geldern finanziert wird, zu untersuchen und Kompensationen von Israel einzufordern.“ (…)
Man könnte übrigens auch umgekehrt argumentieren, was methodisch von Experten erwartet werden muss. Konkret könnten EU und Deutschland von der Hamas Kompensation verlangen. Ihre Gelder waren nämlich zivilen Zwecken zugedacht. Knapp die Hälfte des Hamas-Budgets wurde jedoch aufgebraucht, um Kriegsgerät zu beschaffen, vom Gazastreifen Tunnel nach Israel zu bauen und dort Zivilisten zu töten. Das hieße: Deutsches Geld hätte indirekt Nachfahren der Holocaust-Opfer umgebracht. Doch dieser Gedanke ist ebenso absurd wie der von Kompensationen an Israel. Freilich: Wer behauptet, Experte zu sein, muss auch den Anforderungen des Expertentums genügen.Wissenschaft und Expertise schließen Einseitigkeiten aus. Experten sind als Experten vielschichtig, mehrseitig, sie denken ausgewogen, differenziert und auch in Gegensätzen, nicht nur schwarz oder weiß. Sind sie es nicht, betreiben sie Etikettenschwindel. Und diesen sollten alle diejenigen hinterfragen, die diesen Exponenten eine Plattform bieten.“

DIG-Präsident Reinhold Robbe ruft in einer Pressemitteilung die angesprochenen deutschen Politiker dazu auf,

„dieses unverantwortliche Produkt einseitiger Parteinahme nicht einfach nur zu ignorieren, sondern gegenüber den Unterzeichnern auf die Einhaltung von Selbstverständlichkeiten, wie wissenschaftliche Integrität, Verantwortung und Wahrhaftigkeit zu bestehen“. Seitenlang würden in emotional aufgeblähter Form Leid und Elend der Bevölkerung im Gazastreifen dargestellt, ohne jedoch auch nur mit einem Wort auf die Hamas als die eigentlichen Verursacher dieses Konfliktes einzugehen. Keine Zeile befasse sich in diesem Brief mit den bereits Jahre andauernden permanenten Raketenangriffen der Hamas gegen Israel. Ausgeblendet würde auch die Tatsache, dass die Hamas im Gazastreifen eine Diktatur errichtet habe, die ihre Macht nur mit Verfolgung Andersdenkender sowie Folter und Mord aufrecht erhalten könne. Und wie ein roter Faden sei schließlich das Pamphlet von der Forderung nach Aufhebung der Blockade gegen Gaza durchzogen. Man könne sich, so Robbe weiter, des Eindrucks nicht erwehren, als wenn die Hamas selber die Feder der „Nahost-Experten“ geführt habe.

 

 

Es sind auch wieder wie bei fast allen obskuren Nahost – Stilblüten, – Medien- und sonstigen – Skandalen die Blogger, die als Erste der Einseitigkeit und kaum versteckten Bösartigkeit und dem Antizionismus auf die Spur kommen:

Ausgefuchste Experten – transatlantic-forum

„(…) Der auf Äquidistanz geeichte Duktus des “offenen Briefes” lässt tief blicken. “Gewalt, die sich gegen Zivilisten richtet, ist weder von militanten palästinensischen Gruppen noch von Seiten Israels zulässig” heisst es dort, als ob die “Experten” nicht sehr genau wüssten, dass nur eine der beiden Kriegsparteien absichtlich zivile Ziele angreift.
Denn wo Äquidistanz draufsteht, ist meist Antiisraelismus drin: Dass die “destruktive Blockade des Gazastreifens” aufgehoben werden soll, ist eine durchaus vernünftige Forderung. Noch vernünftiger wäre es allerdings zu fragen, warum es diese Blockade überhaupt gibt. Zur Erinnerung: Israel hat den Gazastreifen im Jahre 2005 komplett geräumt, zur Blockade kam es drei Jahre später. Dazwischen muss etwas geschehen sein, was vielleicht einer Analyse wert wäre.“

 

 

Die Titanic ordnet dem Brief übrigens – wenn auch satirisch -, weitere dieser absurden Logik folgenden Schlagzeilen zu, die wohl keinem der „Experten“ auf die Sprünge helfen, auch wenn sie noch so offensichtlich sind:

In einem offenen Brief an die Bundesregierung fordern mehr als 90 deutsche Nahost-Experten eine andere Haltung in der Gaza-Krise und einen „Dialog mit den politischen Vertretern der Hamas“.

In weiteren Meldungen: +++ Hoffnung in Ferguson: Gemäßigte Vertreter des Ku-Klux-Klans eingetroffen +++ Al-Qaida-Sondergesandter Aiman az-Zawahiri trifft Mahmud Ahmadinedschad zum großen Israel-Gipfel im Schloß Bellevue +++ NSU-Sprecherin Beate Zschäpe mit dem Deutschen Dialogpreis 2014 ausgezeichnet +++ Außenminister Steinmeier empfängt hohe Diplomaten des Islamischen Staates (IS) zu ersten Krisengesprächen +++ Günter Grass schreibt mit „allerallerletzter Tinte“ neues Gedicht in die Süddeutsche Zeitung +++

 

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Kulturschaffende?

Und wie war das mit dem Offenen Brief der 300 “Kulturschaffenden”?

“Ich habe nichts gegen Kulturschaffende. Einige meiner besten Freunde sind Kulturschaffende. Als Journalist bin ich wohl sogar selber einer. Und es gibt gute Gründe, den Kulturbetrieb nicht den Marktgesetzen zu unterwerfen. Es gibt aber auch einen guten Grund, es zu tun. So könnte man nämlich vielen Kulturschaffenden den Standesdünkel austreiben. Es gibt schließlich auch gute Gründe, alle anderen Bereiche nicht den Marktgesetzen zu unterwerfen. Aber nur bei der Kultur versteht der Deutsche keinen Spaß, denn er legt großen Wert darauf, einer Kulturnation anzugehören. Man muss das ganze Zeug ja nicht unbedingt lesen, hören oder sehen. Aber ist es nicht unerhört, dass in Sachen Kultur die Amerikaner bei den Exporten vorn liegen, obwohl sie gar keine Kultur haben? Also braucht die Kultur in Deutschland Hege und Pflege, Schutz und Lob. Das steigt nicht wenigen Kulturschaffenden zu Kopf, sie glauben an ihre Unentbehrlichkeit für den Standort und fühlen sich zu geistiger Führung berufen. Dann schreiben sie offene Briefe oder Prosagedichte,” so Jörn Schulz in der Jungle World in “Palim liegt nicht in Palästina”. -> Lesebefehl d.Red.

 

Doch damit nicht genug – es folgen die allesamt vollständig lesenswerten Reaktionen auf dieses „am deutschen Kulturwesen soll der Nahe Osten genesen“-Pamphlet. Ein Dank in die Runde!

 

Hamas? Kennen wir nicht! ()
„Am 1. August 2014 hat eine Gruppe von 388 „Kulturschaffenden“ einen Offenen Brief zum Thema „Krieg in Gaza“ veröffentlicht. Die Adressaten waren die Mitglieder des Deutschen Bundestages, die deutschen Mitglieder des Europäischen Parlaments und die deutsche Bundesregierung. Der berühmteste Kulturschaffende in der Geschichte des deutschen Volks, der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, könnte auf den Inhalt dieses Briefs stolz sein. Worum es hier eigentlich geht, verraten schon die ersten Zeilen dieses Manifests.“ -> Lesebefehl d.Red.

Kulturfalter und Zitronenschaffende im Dienst der richtigen Sache (Zettelsraum)
“ (…) Der Zwang zur „Einmischung“ (Jensens Walter) und die daraus resultierende Begeisterung für offene Briefe hat seinen Ursprung dagegen in einem feuilletonistischen Minderwertigkeitskomplex gegenüber den Franzosen, die in Person von Zola diese einst schillernde und heute nur noch penetrant-bemühte Textgattung zur Blüte gebracht haben. Solch einen erbfeindlichen Affront konnte und kann sich das Land der D&D natürlich nicht bieten lassen; und so wird diesseits des Rheins mittlerweile accuset, dass den FranzmännerInnen entendre und voir vergeht.
Allerdings geht auch das in diesem unserem Lande nach der Regel: Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun. Denn im Gegensatz zu Frankreich, wo Kulturbetrieb und Politik Hand in Hand gehen und ein tatsächlicher Einfluss der intellectuels möglich ist, ist die Einmischung deutscher Literaten und sonstiger Geistesentitäten völlig selbstreferentiell. Sie melden sich zu Wort, vorrangig im Kulturteil von ZEIT, FAZ oder Tagesspiegel, um dem Vorwurf des Schweigens (erhoben von den Kulturredakteuren von ZEIT, FAZ oder Tagesspiegel) zu entgehen. (…)“  -> Lesebefehl d.Red.

Die Erben der Firma Hinkel (Henryk M. Broder)
Was ist das für ein Gesindel, das außer sich gerät, wenn die Beiträge zur Künstlersozialkasse erhöht werden, aber ganz bei sich bleibt, wenn gleich um die Ecke Ströme von Blut fließen? Es sei denn, natürlich, dass Juden für das Blutvergießen verantwortlich sind, weil sie, anders als ihre vorbildlich friedfertigen Vorfahren, sich zur Wehr setzen, wenn sie angegriffen werden. Und weil für unsere Kulturschaffenden nur tote Juden gute Juden sind, weil man ihrer gedenken und sich dabei selbst beweisen kann, wie gut man ist, wollen sie für Nachschub sorgen, wobei sie die Drecksarbeit der Hamas überlassen, die sich mit ihrem Versprechen, die Welt von den Juden befreien, tief in die Herzen der Kulturschaffenden eingegraben hat.
Moralisch korrupt, intellektuell medioker, mangels Erfolg auf Almosen und Fördergelder angewiesen, dankbar für jede von Goethe gesponserte Reise zu einem Workshop über revolutionäre Lyrik in Mosambik, treten sie, unter neuen Vorzeichen, das Erbe ihrer Eltern und Großeltern an – den Kampf gegen das Judentum, diesmal in Gestalt des Judenstaates. Was immer sie an- und umtreibt: Sie werden wieder im Abgrund der Geschichte landen.

Hiermit trete ich aus der Kultur aus! (Markus Vahlefeld)
In Deutschland scheint der Begriff „Kulturschaffender“ eine Berufsbezeichnung zu sein. Oder zumindest eine Auszeichnung. Anders ist nicht zu verstehen, dass mehr als 500 jenseits der Wertschöpfung stehende Menschen einen „Offenen Brief Kulturschaffender in Deutschland zum Krieg in Gaza“ unterzeichnet haben, der sich an die Mitglieder des Deutschen Bundestages wendet und die „Kriegsverbrechen“ Israels anprangert. Übrigens nicht nur Kriegsverbrechen, sondern „schwerste Kriegsverbrechen“.
Der Text des Briefes ist so vorhersehbar, wie die Unterzeichner unwichtig sind. Ein Dieter Dehm (MdB/Die Linke), der scheinbar gerne Briefe an sich selbst schreibt, und eine Nina Hagen, deren beste Zeit fast drei Jahrzehnte zurückliegt, ragen wie Leuchttürme der Bekanntheit aus der Masse dieser „Kulturschaffenden“ heraus. „Kulturschaffender“ ist man wohl, wenn es zum Künstler nicht (mehr) reicht.

Ich bin Kulturschaffender in Deutschland (Gerd Buurmann)
Es gibt Kunstschaffende, die singen oder Instrumente spielen; andere komponieren oder verfassen Schriften; wieder andere malen, bildhauern oder performen. Wenn Kulturschaffende jedoch ihre Stimme zu Fragen der Zeit erheben, warum tun sie es nur, dann sind ihre Kommentare und Meinungen in keiner Weise relevanter als die Wortmeldungen von Bäckern, Ärtzinnen, Lehrern, Kauffrauen oder Müllmännern. Ich bin Kulturschaffender in Deutschland. Ich reiße gerne das Maul auf. Was jedoch aus meinem Mund kommt, ist nicht mehr und nicht minder relevant als all das, was aus jeder anderen Fresse fällt!

Die großen Unbekannten
achgut-Leser M.M. hat sich die Mühe gemacht, einige der Erstunterzeichner des Aufrufs der Kulturschaffenden in Deutschland zum Krieg in Gaza zu googeln. Wahrlich, ein Land, das solche Kulturschaffenden hat, muss sich um seine Zukunft keine Sorgen machen!

 

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Sonstige

Über die Nahostexperten und Kulturschaffenden hinaus gab es ja auch die Facebook-öffentliche Stellungnahme von Vater und Sohn Hallervorden, sowie den verdient unbemerkten Offenen Brief von Todenhöfer an Netanyahu, die aber deshalb hier aufgeführt werden, weil sie nichts enthalten, was nicht andere Terrorversteher oder Todenhöfer selbst im Moma (-woraufhin er sich einen saftigen Offenen Brief von Charlotte Knobloch einfing-) nicht schon formuliert hätten, aber

 

die Replik von Blogger Claudio Casula ist einfach zu herrlich!:

„Sehr von Antisemiten verehrter Herr Todenhöfer,
Ministerpräsident Netanyahu ist derzeit mit wichtigeren Aufgaben beschäftigt, als Offene Briefe mediengeiler Ex-Politiker zu lesen, die auch noch auf Deutsch verfasst sind, weil sie sich ohnehin nicht an ihn, sondern an ein einschlägiges Publikum richten. Daher, wenn Sie erlauben: Darf ich Ihnen mitten auf Ihrer beeindruckenden Selbstdarstellungstournee ein paar Fragen stellen?  (…)“ -> Lesebefehl d.Red.

 

ebenso wie die von Blogger Heplev auf die nahost-interpretatorische Einlage Dieter Hallervordens:

„(…) Den Traum, ein Antisemit sein zu dürfen ohne so genannt zu werden, träumen viele, DADi. Den Gag hast Du von Nachwuchstalent Kevin geklaut, der sagte, dass man doch nicht gleich Antisemit sei, nur weil man die Juden eben nicht leiden könne.

Aber mal im Ernst, Dieter Hallervorden: Comedy lebt von Überzeichnungen und unerwarteten Wendungen. Deine Kunstfigur jedoch ist ein furchtbar gewöhnlicher Antisemit unserer Zeit. Absolut nichts besonderes. Sie arbeitet sich mit Lügen und Verdrehungen am Staate Israel ab und blendet dabei – vorsichtig gesagt – die eine oder andere Realität aus. Diese Nummer haben andere bereits lange vor Dir entdeckt und touren damit erfolgreich durch die Medien. Gegen einen Totenhöfer, einen Lüders, einen Steinbach oder wie diese Comedians alle heißen, hast Du keine Chance. Schau lieber mal bei Fips Asmussen rein, ob der nicht ein paar neue Gags hat, die Du übernehmen könntest.

 

Der Spiegel bricht wieder alle Standards der fairen Darstellung von Nachrichten, abgesehen davon, dass seit Wochen Schlagzeilen und Berichte, Stories und Bilder eine eindeutige Sprache der Dämonisierung sprechen, indem er unpräzise behauptet, über 330 NS-Überlebende würden sich „gegen das Massaker in Gaza“ wenden.

Bei allem Respekt – 330 Überlebende? Wirklich? Zunächst sind es nur 40, davon nicht wenige, die, wie Felicia Langer, bereits seit Jahren dafür bekannt sind, sich der Hamas-Propaganda zu verschreiben, und eben genau so liest sich auch der genannte Brief.
Ob sich aber 40 oder 330 durchaus so zu bezeichnende – antizionistische – Überlebende und Verwandte von Überlebenden nun in einem sich wie aus den Federn eines Hamas-PR-Beraters lesenden Brief äußern, steht in keinem Verhältnis zu den noch verbleibenden knapp 200.000 Überlebenden in Israel, den mehreren Millionen Überlebenden und Nachkommen außerhalb Israels sowie jenen Millionen von Nachkommen von Überlebenden und Ermordeten, die in Israel seit 66 Jahren in der Zahal um das Überleben des einzigen jüdischen Staates kämpfen.

Es ist in Israel, auch wenn man gern das Gegenteil unterstellt, nun einmal so, dass Krieg nur das letzte aller Mittel sein darf, um zu überleben, im Zweifelsfall aber auch nicht davor zurück geschreckt werden darf. Das ist für Israel nun einmal die Lektion der Geschichte. Die innerisraelische Debatte darüber, wann, wie, wie lange und zu welchem Preis der Moment der militärischen Aktion gekommen ist, tobt in Politik, Medien und bis innerhalb von Familien. Aber auch diemal ist es die große Mehrheit, die die aktuelle Selbstverteidigungsmaßnahme zur Herstellung von zumindest einem Ende des Terrors fordert, um zu Verhandlungen zurückkehren zu können, doch einzig porträtiert werden hierzulande die extremen Ränder. Oder man greift gleich auf jene zurück, die aus der sicheren Entfernung glauben zu wissen, was in Israel vor sich geht, so wie sämtliche Offene-Brief-Unterzeichner, die allesamt – bis auf eine Handvoll  Ausnahmen – nicht in Raketenreichweite leben. Sie haben nur einfach den besseren Zugang zu PR und die größere Lobby, als jene, die um ihr Leben und das des jüdischen Staates bangen.

Angst und Sorge um die Menschen auf beiden Seiten hat weniger Triebkraft als der weltweite Hass und Antisemitismus, der zu immer perfideren Mitteln greift, um sein Ziel zu erreichen.

Umso lesenswerter dieser Brief eines Überlebenden der Shoah und IDF-Veteranen, der wahrscheinlich von der unzählbaren Mehrheit der Überlebenden und ihren Nachkommen unterschrieben werden würde:

 

As an 85-year-old Holocaust survivor, I felt an internal obligation to send a direct message of support to our soldiers serving on the front and their families. While Western hypocrisy about the conflict between Israel and Hamas eats away at my heart, I believe, as I always have, in the strength of Israel.

As a teenager, I survived Josef Mengele’s selection at Birkenau and a death march. During the selection, I was standing next to my grandfather, but my cousin shouted at me to go right. I was a handsome blond and Mengele decided to keep me alive. In Israel, I fought in the War of Independence and was wounded in the Battle of Negba. In recent weeks, I could not help but think of our soldiers in Gaza, fighting in sweltering heat inside armored personnel carriers or next to tunnels …

I am a disabled IDF veteran and a victim of Nazi persecution. The Holocaust is present in every thought of mine, particularly in my dreams. But unlike those who live in the shadow of the Holocaust, I always espouse the mantra “Masada shall not fall again.” Or as my son in the U.S. puts it, “Never again.”

I was unable to grieve for my relatives who died in the Holocaust because I was not with them when they perished and did not bury them. Since 1944, I have not cried. I have no tears, but I completely identify with bereaved families and feel their cries in my heart …

For the past month, my 20-year-old granddaughter Ella (Lala, as we call her) kept me safe in the south. It is a little sad and little funny, a feeling that is not easy to digest, but I am proud of her. My son was a paratrooper and later a company commander in the Givati Brigade. For three generations already, my family has served in the Israel Defense Forces and defended our country. I very much hope that my small grandson will not have to go through the terrible experience of war.

Mehr zu Shoah-Überlebenden in Israel auf dem Blog der IDF

 

Statt die existentielle Ausgangslage für Israels Handeln vs. das Handeln der Hamas nachvollziehen zu können, herrscht hier ein unerträglicher Doppelstandard dahingehend, dass nur von Israel verlangt wird, sich nicht gegen Raketen- und Terroranschläge wehren zu dürfen. Dabei ist es so einfach – It’s the antisemitic terror, stupid!

 

Land auf Land ab alle werden die vermeintlichen Experten (siehe sämtliche Unterschriftenlisten) und vor allem Alibi-Juden herangeschafft, die es auf der Welt gibt, so unrepräsentativ sie nur sein mögen, um Israel so glaubwürdig wie möglich des Genozids, Massakers, der Kriegsverbrechen und Blutrünstigkeit ohne Skrupel zu beschuldigen und den Mythos einer Blockade-verursachten humantiären Katastrophe aufrecht zu erhalten.

 

Auch der Botschafter Israels wird, wie seit Jahren von der Linguistik-Professorin Monika Schwarz-Friesel analysiert, täglich mit zig Briefen, aber dieser Tage natürlich auch von der Offenen-Brief-Plage belästigt, so wie diesem
Offenen Brief der Bremer Friedensfreunde. Diesen unbeachtet zu lassen ist die einzig richtige Reaktion, selbst ein Kopfschütteln wäre zuviel der Aufmerksamkeit, weshalb sich diesem Stuss auch sonst niemand widmete. Denn wer die Bremer Friedensfreunde sind und wes Geistes Kind das Bremer linke Friedens-Netzwerk, ist nicht erst seit dem Brief, der sich nicht überraschenderweise auf jüdische und israelische antizionistische Alibi-Vorreiter stützt, offensichtlich.

Auch einige europäische Ärzte haben sich in einem – fast gleichlautenden – offen Brief an die israelische Regierung gewandt, nicht unbeantwortet vom Bundesverband Jüdischer Ärzte.
Der Herausgeber des Lancet hat übrigens bedauert, den Brief abgedruckt zu haben: Lancet editor ‘deeply regrets’ letter published on Gaza

 

Aufgeführt in dieser Kollektion sind all diese redundanten Schriftstücke dennoch, da nicht unwesentlich für den Gesamteindruck, wer – ungefragt oder gefragt – öffentlich oder anderweitig – die Gretchenfrage wie beantwortet…
… bzw. irgendwo die Download-file für Offene-Brief-Vorlagen gefunden hat, die sich geflissentlich an der Hamas-Propaganda orientiert und dabei vor Doppelstandard nur so strotzt, vorformuliert und sortiert nach Branchen, Kollektividentitäten, Empörungsfokus und mitbuchbaren Premium-Gold-Standard – PR-Paketen, darin enthalten mediale Erstveröffentlichungsgarantie in der New York Times bis Spiegel oder doch nur der auf eigenen Website.
Verzeihung, aber manchmal hilft nur Zynismus.

Ulrich Sahm auf Audiatur-online schreibt zu dem Thema am 26.8. den Beitrag „Prädikat Jude“

„(…) Selbst „Holocaustüberlebender“ zu sein, verleiht niemandem per se  politische Deutungshoheit, besondere Glaubwürdigkeit oder gar das Recht, die Abschaffung des Staates Israel und so den nächsten Völkermord an Juden zu betreiben. In einer Demokratie ist Meinungsfreiheit garantiert, aber die endet bei Hetze und Rassismus.
Das gilt auch für dpa, die Deutsche Presse Agentur. Die berichtet nicht über jede beliebige Petition.
Diese Autoren einer Anzeige in der New York Times, auf die dpa Bezug nimmt, gehören dem “International Jewish Anti-Zionist Network” an. Das ist eine “kleine radikale Randgruppe”, die den Zionismus, die jüdische Nationalbewegung, als Rassismus betrachtet, Israel für einen Apartheid-Staat hält und ein Ende der “israelischen Kolonialisierung des historischen Palästina” fordert, also eine Abschaffung Israels. Diesen Kontext verschweigt dpa, denn andernfalls hätte die pompöse Meinungsäusserung ausgerechnet von „Holocaustüberlebenden und deren Nachfahren“ ihre Wirkung verfehlt, wonach Israel angeblich „Massaker“ und Massenmorde verübe. „Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt” heisst es noch in dem fragwürdigen Pamphlet, als wären diese Holocaustüberlebenden die ersten, die das behaupten.

Hätten Neo-Nazis oder Anhänger der Hamas eine gleichlautende Petition veröffentlicht, wäre das für dpa kein Thema gewesen. (…)“

 

Wer einfach nicht verstehen will, dass Antizionismus nichts anderes als Antisemitismus ist, der sich auf den jüdischen Staat fixiert, dem sei die Sammlung Antizionisten in eigenen Worten ans Herz gelegt, der möge den wunderbaren Beitrag Israelkritik oder Antisemitismus – Kriterien für eine Unterscheidung von Samuel Salzborn lesen, der kann sich einen Tag Zeit und Mut zur Selbstreflexion nehmen, und die Links in dem diesen Blogbeitrag Vorangegangen studieren.

nonazi

 

Die Absender all dieser offenen Briefe, offenen Stellungnahmen, offenen Irreleitungen und offenen Ratschläge an die Regierung, die zu recht als Israelkritiker alias Antiisrael-Aktivisten alias Antizionisten alias Antisemiten bezeichnet werden, haben aber die Möglichkeit der Klarstellung.

„No-Nazi.net“ hat da mal was vorbereitet… (siehe rechtes Bild).

 

 

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„Liebe Muslime“

Henryk M. Broder treibt die Frage um: „Heute frage ich mich, wie kann man „im Namen des Islam“ Verbrechen begehen, die nichts mit dem Islam zu tun haben, die nicht auf den Islam zurückfallen?“
Lesenswerter offener Brief, vor allem für Muslime: Liebe muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger…

 

Gerd Buurman ist der Autor des ebenfalls an jene Mitbürger gerichteten offenen Briefes Liebe Muslime

 

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Doppelstandard

„Wenn Sie das bösartige, dumme, inkompetente, psychotische und wirre Gelaber der Todenhöfers und anderer Kulturschaffender leid sind, dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich nach wirklichen Experten umzusehen. Es gibt sie. Und es sind oft ausgerechnet Palästinenser wie Khaled Abu Toameh und Bassem Eid, die im Gegensatz zu unseren Flakhelfern der Hamas noch alle Sinne beisammen haben“: Die einen und die anderen

Insgesamt ist festzuhalten, dass die internationalen Experten unserer deutschen „Denk-Elite“ bereits ein paar Schritte voraus sind und den Doppelstandard erkennen, mit dem ISIS vs. Hamas ebenso wie die Intervention der USA und die Unterstützung der Jesiden und Kurden vs. dem Überlebenskampf Israels, nicht minder umgeben von mörderischen Islamisten jeglicher Couleur, beurteilt werden.

 

Folgend nur ein paar aktuelle Artikel, die allerdings nicht den Anspruch erheben, sich ausreichend tief mit der Entstehungsgeschichte, Komplexität und globalen Gefahr des radikalen und immer radikaleren Islam zu befassen, diesem Thema widmen sich andere Thinktanks, Wissenschaftler, NGOs und – da haben wir den Begriff schon wieder – Experten.

 

Gefolgt vom Aufschrei eines Gaza-Führers:
„Hamas is not ISIS!“: „Al-Rishq sharply disagreed on his Twitter account saying that, „Hamas is a national movement and its members are freedom fighters who are trying to liberate Palestine along with its citizens and their rights.“

Und dann verlautet nach dem Tod des kleinen Daniel, der am 22.8. in Israel von einer Rakete getötet wurde, abgeschossen von einer als Zivilisten-Schutzraum deklarierten Schule in Gaza, auch noch dieser perfide Hamas-Schachzug: „Hätten wir bessere Waffen, würden wir keine Zivilisten treffen“.
Darauf werden Botschafter a.D. Dressler, Linker Gysi und die fleissigen Briefeschreiber und an die Gaza-Lüge und die vermeintliche Humanitäre Katastrophe glaubenden Terrorversteher sicher an- und der Hamas beispringen und entweder offen direkte Waffenlieferungen nach Gaza fordern ( – denn die indirekte Bewaffnung findet ja unter aller Augen und unkritisiert via bspw. Flotillen und Tunneln statt und soll durch die Forderung der Öffnung der angeblichen Blockade, eines Hafens und Flughafens bitteschön erleichert werden – ) oder gleich Israel in die Pflicht zur Aufrüstung der sie zerstören wollenden Terrororganisation nehmen wollen. Dass Israel mit der Hamas auch den Iron Dome teilen soll, kursierte ja bereits als vermeintliches UN-Gerücht, das wäre einfach zu unglaublich.

 

Was interessieren andere Morde und Hinrichtungen von Muslimen an Muslimen und islamistische Massaker in schlafraubenden Dimensionen und magenumdrehenden Videos, solange die Israelis nur endlich die unter deutschen Artenschutz gestellten Palästinenser am Leben lassen, da ihr Herz nun einmal nicht für Juden oder Muslime oder Christen sondern ausschließlich und nur für die Palästinenser schlägt, gleich ob sie Yassin, Rantisi, Deif oder Maashal heißen, die eigentlich für jedes einzelne Palästinenserleben verantwortlich sind, die jedoch nichts anderes und harmloseres als „freedom fighters“ oder unschuldige Zivilisten zu sein scheinen.

 

Und während die Menschen in Gaza zu jedem Zeitpunkt mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Gütern von Israel versorgt wurden und werden, sind die Palästinenser in anderen Ländern – hier ein Beispiel vom Januar aus Syrien – am verhungern. Oder werden wie auch andere Boots-Flüchtlinge – mit 100 Kindern an Bord – ertränkt oder werden von Libanon wieder nach Syrien deportiert.
Worum geht es den ganzen humanitären Vereinen, den Arabischen Ländern und all den anderen, die Israel ständig an den Pranger stellen wirklich – um die Palästinenser, oder darum Israel zu delegitimieren? Die Situation der Palästinenser in den ganzen Arabischen Ländern, in denen sie auch nach all den Jahrzenten z.T. tatsächlich noch immer in Flüchtlingslagern leben, ist etwas, was durchaus mehr diskutiert werden sollte. Aber nicht von Israel getötete Palästinenser scheinen für all die israelkritischen Gutmenschen und Offene-Briefe-Schreiber nicht von Interesse zu sein.

 

Matthias Küntzel formuliert es so:

„Kürzlich warfen Hamas-Militante den Leichnam des von Kugeln durchsiebten ehemaligen Pressesprechers ihrer Organisation auf die Straße und ließen ihn zur Abschreckung eine gute Stunde liegen. Er soll mit Ägypten zusammengearbeitet haben. Kurz darauf erschoss die Hamas mehr als ein Dutzend Teilnehmer einer Protestdemonstration im Gazastreifen. Gestern ließ sie erneut drei Palästinenser hinrichten, ohne Prozess, ohne rechtliche Grundlage.
Gleichzeitig sind die Sympathien, über die sie in der arabischen Welt verfügte, verflogen.
Nicht so in Deutschland.“

 

Was die Hamas derzeit so von sich gibt, jedoch von allen Briefeschreibern durchweg ignoriert oder, da unkritisiert, anscheinend goutiert wird, findet sich in der Rubrik O-Töne.

 

Den Doppelstandard mal ganz plakativ erklärt:

 

 

ISHamas2

ISHAMAS1

ISHamas3

 

Zum Schluss ein kleiner Selbsttest:

Quiz: „Who said it? ISIS or HAMAS?“

Veröffentlicht am August 22, 2014, in Antisemitismus, Delegitimierung Israels, Israelkritik. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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