Die Bedrohung Israels aus dem Sinai

Das Thema der Bedrohung aus dem Sinai für Israel wurde zuletzt im Blogbeitrag Ägypten sollte mehr tun, um den Sinai zu sichern bearbeitet, welches mit dieser Kollektion erneut aufgegriffen wird, denn die Bedrohung für Israel aus dem Sinai nimmt stetig und vor allem aktuell massiv zu.

Jüngst kam es am 5. August zu einem Anschlag auf die israelische Grenze im Sinai, infolge dessen derzeit die ägyptische Armee Lufteinsätze gegen Extremisten fliegt.
Israels Generalstabschef Benny Gantz hat am 8. August erklärt, „der Anschlag an der israelisch-ägyptischen Grenze bringt uns einmal mehr die Gefahren in Erinnerung, die die instabile Situation im Nahen Osten birgt. (…)“

In dieser Kollektion finden sich ein Fact Sheet sowie Hintergrundbeiträge zum Machtvakuum auf dem Sinai, das von den dortigen Extremisten für Terror gegen Israel genutzt wird, samt Chronologie des Terrors der letzten 10 Jahre gegen Israel aus dem Sinai, sowie weitere Analysen und Recherchequellen.


Benni Morris
Professor am Middle East Studies Department of Ben-Gurion University of the Negev, fasste am 7.11.2011 in seinem Artikel Arabischer Frühling oder Aufschwung des Islamismus? für The National Interest die Situation auf dem Sinai wie folgt zusammen: 

„(…) Die Halbinsel Sinai, die an Israel und den Gazastreifen grenzt, ist nach dem Fall Mubaraks zu einer gesetzlosen, von Islamisten beherrschten Region geworden. Das ägyptische Gesetz gilt höchstens noch in den nord-östlichen (El Arish-Rafah) und süd-östlichen (Sharm el-Sheikh) Randgebieten. Das Innere der Halbinsel befindet sich mittlerweile fest im Griff von Islamisten und bewaffneten beduinischen Schmugglern. Der Sinai hat sich zu einem der zentralen Außenposten für den iranischen Waffenschmuggel in den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen entwickelt.

Für mehrere Monate wurden die Gaslieferungen aus Ägypten nach Israel (und Jordanien) unterbrochen, da das Militär nicht in der Lage war, die Sabotage-Akte durch Islamisten und Beduinen zu unterbinden. Die Unterbrechung der Gas-Exporte – letztendlich eine Verletzung internationaler Handelsabkommen durch Ägypten – bedeutet, dass Israel hunderte Millionen Dollar für Flüssigbrennstoff ausgeben musste, um sein Elektrizitätsnetz am Laufen zu halten. (…)

Die Stoßrichtung ist klar. Nach dem Austausch zur Freilassung von Gilad Shalit zwischen Israel und der Hamas könnte die Region weiter auf gewalttätige Zeiten zusteuern. Diese Gewaltzunahme wäre fester Bestandteil der sich ausbreitenden Islamisierung der Region – sowohl in Bezug auf den antizionistischen islamistischen Ethos als auch die konkreten Entwicklungen vor Ort wie beispielsweise massive Waffenschmuggel-Operationen, die dem Fall Gaddafis folgten. Insofern hat der arabische Frühling sowohl Islamisierung als auch Chaos gebracht (und die Islamisierung profitiert stark von dem Übergangschaos). Gewöhnliche Schmuggler arbeiten mit Islamisten zusammen, um Gaddafis Waffenvorräte zu plündern, und die Schwarzmärkte für Waffen sind überflutet mit Grad-Raketen und relativ fortschrittlichen Flugabwehr-Raketen. Israelische Geheimdienstquellen berichten, dass viele dieser Waffen vor Kurzem ihren Weg über die Sinai-Halbinsel in den Gazastreifen gefunden haben. Eine Flugabwehr-Rakete wurde kürzlich bei einem Gefecht an der israelischen Grenze zum Sinai auf einen israelischen Hubschrauber abgefeuert.

All diese Entwicklungen deuten auf einen Trend im Nahen Osten hin, der weit von dem entfernt ist, was sich viele westliche Idealisten erhofft haben, als sie den Begriff „Arabischer Frühling“ prägten. Dieser Trend könnte weltweit schwerwiegende Veränderungen der Beziehungen zwischen dem Westen und der muslimischen Welt nach sich ziehen (…)“.

Um in Kürze zu erläutern, wie es zu der konkreten aktuellen Situation auf dem Sinai kam, hat The Israel Project (TIP) am 6. August 2012 folgendes FACT SHEET erstellt:


Fact Sheet
zu den israelischen Sicherheitsbedenken in Bezug auf die Sinai-Halbinsel

Seit 1948 hat war die ägyptisch-israelische Grenze stets eine offene. Zum größten Teil verläuft die Grenze durch eine hügelige, karge Wüste mit wenig oder keiner Vegetation und dünner Besiedlung. Bedingt durch die Abgeschiedenheit, war es ein beliebtes Gebiet für Terroristen, Drogenschmuggler und Menschenhändler.

Israel beschloss daher, einen Sicherheitszaun entlang der Grenze aufgrund der Terroranschläge zu bauen und die Infiltration von Zehntausenden von afrikanischen Migranten zu stoppen. Der Zaun, ca. 220 km lang, wird voraussichtlich Ende des Jahres 2012 fertiggestellt werden.

Im Folgenden einige der wichtigsten Aspekte im Zusammenhang mit der israelisch-ägyptischen Grenze:

• Ägypten war das erste arabische Land, das ein Friedensabkommen mit Israel im Jahr 1979 unterzeichnete. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigt, dass Frieden im „gemeinsamen Interesse beider Völker liegt und zur Stabilität der Region beiträgt.“

• Die Schwächung der Zentralregierung ermöglichte einen Zustrom von Terroristen, darunter Al Qaida, auf der Sinai-Halbinsel, die an Israel grenzt.

Die Moslembruderschaft verfügt über eine islamistische Basis von Hardlinern und zahlreiche Führer der Moslembrüder haben bereits bedrohliche Äußerungen gegen Israel gerichtet.

• Das Gelände entlang der Grenze ist ein bedeutender Faktor, der Anschläge, Schmuggel und Infiltrationen möglich macht. Sandige Flächen, felsige Schluchten und Berge erschweren Patrouillen entlang der Grenze. Es besteht nur ein minimales militärisches und Strafverfolgungs-Personal auf beiden Seiten der Grenze, wie im Friedensabkommen von Camp David vereinbart.

• Ägypten reagierte auf die gestiegene Gefahr mit Entsendung weiterer Truppen und schwerer Waffen in der nördlichen Sinai, nachdem eine ägyptisch-israelische Vereinbarung vorübergehend den Friedensvertrag abänderte, der einen entmilitarisierten Sinai fordert. Die militärischen Verstärkungen haben jedoch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit lokalen bewaffneten Beduinen geführt. Ägyptische Truppen sind mit Panzerfaust-Attacken konfrontiert und werden so effektiv von den undurchdringlichen lokalen Hochburgen ferngehalten, dass sie als das „Tora Bora des Sinai“ bekannt sind.

• Ein höherer, stärkerer, mit Überwachungsanlagen ausgestatteter Grenzzaun wird bis Ende 2012 installiert.

• Die Verantwortung für den im Juni 2012 ausgeführten Terroranschlag übernahmen die „Magles Shoura al-Mujhaddin.“ Es ist eine salafistische Gruppe im Gazastreifen, die einen weiteren Anschlag an der israelisch-ägyptischen Grenze plante. Der Name „Globaler Jihad“ steht für das Netzwerk von Terrororganisationen, die die Ideologie von Al-Qaida teilen. Es wurde 1998 unter dem Namen „Weltweite islamische Front für den Jihad gegen Juden und Kreuzfahrer“ gegründet. Al-Qaida ist der dominierende Faktor innerhalb der Dachorganisation des „Globalen Jihad“.

• Im ersten Halbjahr 2012 gab es zahlreiche Zwischenfälle zwischen bewaffneten islamistischen Gruppen, die mit Al-Qaida und der ägyptischen Armee zu identifizieren sind.

• Die Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Jihad in Gaza sind beide Ableger der Moslembruderschaft. Waffen, darunter Tausende von Raketen, Mörsergranaten und Material zur Herstellung von Bomben wurden unter der Ägypten-Gaza-Grenze in den Gazastreifen geschmuggelt. Israel hofft, dass die ägyptischen Sicherheitsbehörden hart gegen die illegalen Waffenschmuggel vorgehen, als auch die Kontrolle über die Terroristen auf der Halbinsel Sinai erreichen.

• Radikal-islamische Gruppen mit engen Verbindungen zum Iran und andere Terrororganisationen haben wiederholt die Ägypten-Israel-Gas-Pipeline bombardiert, was dazu führte, dass Ägypten den Liefervertrag mit Israel im April 2012 stornierte. Terroristen , die nicht mit der Hamas oder dem Islamischen Jihad verbunden sind, haben vom Sinai aus mehrere Raketen auf den Süden Israels, die Stadt Eilat und andere Gebiete abgefeuert und bedrohen Israel auch weiterhin. Der Terrorismus im Sinai ist nicht nur eine Bedrohung für Israelis, die dort Urlaub machen und die vielen Ausländer, die den Sinai jedes Jahr besuchen. Sowohl Israel (am 2. August 2012) und das US-Außenministerium (am 3. August 2012) gaben Reisewarnungen heraus, die den Besuchern der Region aufgrund glaubwürdiger Drohungen undInformationen anrieten, den Sinai zu verlassen. Ein Angriff folgte am 5. August 2012.


Chronologie der terroristischen Vorfälle in Ägypten und an der ägyptisch-israelischen Grenze innerhalb der letzten zehn Jahre:

5. August 2012 – Terroristen, die dem „Globalen Jihad“ angegliedert sind, töten 15 ägyptische Sicherheitsbeamte, stehlen zwei Fahrzeuge und brechen mit einem Wagen durch die Grenze. Israelische Streitkräfte zerstören das zweite Fahrzeug innerhalb Israels und töten die Angreifer. Ägyptische Quellen sagen, dass die Angreifer Hilfe von Jihadisten aus Gaza hatten.

4. August 2012 – die ägyptische Zeitung Al Ahram veröffentlicht einen Artikel, in dem der Gouverneur von Süd-Sinai, Generalmajor Khalid Fouda, dass die israelischen Warnungen vor bevorstehenden Anschläge Gerüchte seien und dass es keine Terroristen-Zellen im Sinai gebe.

3. August 2012 – das US-Außenministerium warnt US-Bürger aufgrund Entführungsgefahr vor Reisen in den Sinai und sprechen von einer „signifikanten Gefahr“.

2. August 2012 – Die israelische Regierung gibt Reisewarnung an alle Israelis heraus und fordern sie auf, den Sinai zu verlassen. Sie teilt mit, dass „Terrororganisationen im Gazastreifen und weitere Elemente aktiv planen, Terroranschläge, vor allem Entführungen von israelischen Touristen im Sinai, in nächster Zukunft zu begehen.“

25. Juli 2012 – Der Hamas-Führer im Gazastreifen, Ismail Hanija, trifft den ägyptischen Präsidenten Morsi in Kairo, um die Bedingungen an jener Stelle an der der Ägypten-Gaza-Grenze zu erleichtern, von der Israel weiß, dass Waffen illegal nach Gaza geschmuggelt werden.

18. Juni 2012 – eine Terror-Zelle greift einen israelischen Bautrupp an der Sinai-Grenze an und tötet dabei einen Zivilisten. Die Verantwortung für den Angriff wird von der radikal-islamistischen militanten Gruppe „Magles Shoura al-Mujhaddin“ übernommen.

15. Juni 2012 – Zwei Grad-Raketen schlagen im Süden Israels in der Nähe von Ovda und dem Ramon-Krater ein, es entstehen keine Schäden.

5. April 2012 – Drei Raketen werden vom Sinai auf Israel abgefeuert und explodieren in Eilat, es entstehen keine Schäden.

1. April 2012 – IDF-Truppen töten einen bewaffneten Eindringling am Grenzzaun. In der Woche vor dem Angriff wurden von Unbekannten drei Sprengsätze (IED) am Grenzzaun angebracht.

15. März 2012 – Bewaffnete Beduinen beenden ihre einwöchige Belagerung der internationalen Friedenstruppe North Camp bei al-Jora im Sinai. Sie haben Druck für die Freilassung von inhaftierten Stammesgenossen ausgeübt.

15. März 2012 – IDF-Truppen fangen bewaffnete Eindringlinge an der Grenze ab. Drei von ihnen werden gefangen genommen, nachdem Schüsse aus Ägypten abgefeuert wurden.

28. Februar 2012 – IDF-Truppen geraten in einen Feuerwechsel mit bewaffneten Eindringlingen an der Sinai-Israel-Grenze. Ein Angreifer wurde getötet, wo eine Woche zuvor ein IED am Grenzzaun angebracht wurde.

18. August 2011 – Terroristen überqueren die Grenze und greifen einen Bus, ein Auto und Soldaten an. Es werden acht Menschen getötet, es gibt 40 Verwundete.

2011-2012 – Nach 13 verschiedenen Angriffen, die immer wieder Teile der ägyptischen Pipeline sprengt, die Erdgas nach Israel und Jordanien liefert, bricht Ägypten einseitig den 20-Jahres-Liefervertrag.

August 2010 – sieben Raketen aus dem Sinai werden auf Eilat abgefeuert. Zwei explodieren in Aqaba, Jordanien, eine Person wird getötet.

Juni 2010 – die IDF fängt drei bewaffnete Eindringlinge 40 km nördlich von Eilat ab. Einer wird getötet, zwei befestigen IEDs bevor sie fliehen.

April 2010 – Raketen werden vom Sinai aus auf Eilat abgeschossen, keine Schäden oder Verletzungen.

Mai 2009 – Ägyptische Sicherheitskräfte decken ein massives Waffenlager entlang der israelischen Grenze auf, darunter mindestens 266 Raketen, 40 Minen, 50 Granaten, 20 Handgranaten und drei Flugabwehrraketen.

April 2007 – Ägypter vereiteln einen Terroranschlag auf israelische Touristen im Sinai, südlich von Gaza.

Januar 2007 – ein Selbstmordattentäter sprengt sich in Eilat in einer Bäckerei in die Luft und tötet drei israelische Zivilisten.

April 2006 – Bombenanschläge auf den ägyptischen Badeort Dahab töten mindestens 23 Menschen, 80 werden verwundet.

Juli 2005 – eine Serie von Bombenanschlägen in Sharm el-Sheikh tötet 88 Menschen und verwundet mehr als 150.

Oktober 2004 – Terroristen verüben Bombenanschläge auf Touristenhotels auf der Sinai-Halbinsel, töten 34 Menschen und verletzten 171.

Januar 2003 – Terroristen infiltrieren die Grenze in der Nähe der Stadt Nitzana und töten einen israelischen Soldaten.

Quelle: http://www.theisraelproject.org/site/apps/nlnet/content3.aspx?c=ewJXKcOUJlIaG&b=7712197&ct=12086481&notoc=1

Autorisierte Übersetzung: https://israelkompetenzkollektion.wordpress.com/

TIP Factsheet zu Sinai 08.2012 als PDF

 

 

Aktuelle Entwicklungen und Artikel zur Eskalation und den Luftangriffen der ägyptischen Armee auf die Extremisten im Sinai:

 

* Luftangriffe im Sinai von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 8.8.12

>> Zum ersten Mal seit 1973 (Oktober/Jom Kippur-Krieg) ist auf der entmilitarisierten Sinaihalbinsel die ägyptische Luftwaffe aktiv. Nach ägyptischen Angaben wurden mehrere Ortschaften mit „Terror-Infrastruktur“ angegriffen. Ebenso wurden Bodentruppen eingesetzt.

Auf Anfrage erklärte ein hoher israelischer Beamter, dass es eine israelische „Zustimmung“ zum Einsatz von Militärs und Kampfflugzeugen auf der Sinaihalbinsel gebe, zumal eine enge militärische Kooperation und ein Netz von Absprachen mit den Ägyptern bestünden.
Während die Ägypter bisher von „Verbrechern“ gesprochen haben, die den schweren Anschlag auf eine Stellung ägyptischer Grenzschützer ausgeführt und dabei 16 Polizisten getötet haben, wechselten offizielle Sprecher in Kairo jetzt die Bezeichnung in „Terroristen“. Bei den Angriffen auf der Sinaihalbinsel in der Nacht zum Mittwoch soll es mindestens 25 Tote gegeben haben, darunter auch ägyptische Soldaten.
Das ägyptische Innenministerium erklärte, dass Bewohner des Sinai den ägyptischen Militärs Hinweise auf Orte gegeben hätten, an denen sich die „terroristischen Aktivisten“ aufhielten.
Der Hamaspolitiker Mustafa Abu Marsuk bestätigte derweil, dass es im Gazastreifen durchaus „einige wenige Extremisten“ gebe, aber die seien „unter Kontrolle“. Abu Marsuk reagierte so auf ägyptische Vorwürfe, wonach angeblich an den Attacken auf die ägyptische Grenzstellung beteiligte Männer aus dem Gazastreifen stammten. Abu Marsuk erklärte jedoch nicht, wieso immer wieder diese Extremisten, die unter Kontrolle der Hamas stünden, vermeintlich gegen den Willen der Hamas Raketen auf Israel abschießen könnten, darunter auch während der Attacke auf die ägyptische Stellung und danach, als die Angreifer mit einem Panzerwagen auf israelisches Territorium eingedrungen waren.
In Kairo bemühe man sich weiterhin, die Leichen der Teilnehmer an der Attacke zu identifizieren. Ein Toter habe „palästinensische Gesichtszüge“ und könne deshalb weder Beduine noch Ägypter sein, hieß es in Kairo am Dienstag. Ebenso bestätigten die Ägypter, was zuvor schon die Israelis gemeldet hatten: Auf dem Sprengstoffgürtel von einem der an Ägypten übergebenen Getöteten habe das Wort „Palästina“ gestanden. Der Zustand der Leichen, die teilweise durch die Explosion ihrer umgeschnallten Sprengstoffgürtel getötet worden seien, mache eine Identifizierung „fast unmöglich“. Israelische Sprecher hatten schon vor der Übergabe der Leichen an Ägypten erklärt, dass die Sprengstoffgürtel ein Hinweis für geplante Terroranschläge von Selbstmordattentätern in Israel seien.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle rief derweil Ägypten und Israel „zu Zurückhaltung“ auf. Gleichzeitig appellierte er an „alle Seiten“, entschieden gegen Terror vorzugehen, „aber auch umsichtig zu bleiben“. Der deutsche Außenminister äußerte „große Sorge“ über die jüngsten Angriffe, ohne zu präzisieren, welche Angriffe er meinte, der Ägypter, der Israelis oder der Terroristen. Westerwelle sah darin ein „erhebliches Eskalationsrisiko“, ließ aber offen, was er meinte.<<

 

Der Sinai, Mursis neues Problem (Die ZEIT, 6.8.12): Israel war auf den tödlichen Anschlag im Sinai vorbereitet – Ägypten nicht. Kairo muss nun den Terror auf der Halbinsel bekämpfen, ganz im Sinne Israels.

 

* Der neue Terror auf der Sinai-Halbinsel (Gil Yaron/Welt Online, 6.8.12): Nach dem Sturz Mubaraks entstand auf dem Sinai ein Machtvakuum, das von Extremisten gefüllt wurde. Das Attentat auf Grenzsoldaten erhöht den Druck auf Präsident Mursi, gegen Islamisten vorzugehen.

 

* Experte über Lage auf dem Sinai: „Hamas will die Lage ruhig halten“ (taz, 10.8.12): Nach den jüngsten Gewalttaten im Sinai fordert Professor Jakob Bar-Siman-Tov eine engere Kooperation zwischen Israel und Ägypten. Zumindest im Bereich der Nachrichtendienste.

 

* Kommt jetzt die Diktatur der Muslimbrüder? (Cicero, 14.8.12): Mohammed Mursi hat den Obersten Militärrat in Ägypten entmachtet und die komplette Armeespitze entlassen. Was bedeutet das für Ägypten?

* „Sinai: a new front“ von Ehud Yaari  – eine Buchempfehlung von Audiatur-online:
„Mit dem israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen 2005 und der ägyptischen Revolution 2011 hat sich die Sinai-Halbinsel zu einem neuen Brennpunkt im komplexen arabisch-israelischen Konflikt entwickelt. Wenn die terroristische Infrastruktur sich ausdehnt, könnte die Halbinsel zu einer weiteren Front möglicher Auseinandersetzungen werden. Nun befinden sich die Beduinen der Halbinsel in einer Position, Krisen auslösen zu können, an denen weder Israel noch Ägypten gelegen ist, und Einfluss auf den Kampf gegen die Hamas zu nehmen. In dieser Policy Note des Washington Institute zeigt der bekannte israelische Kommentator Ehud Yaari  die Schritte auf, um einem völliges Zusammenbrechen der Sicherheit in der Sinai-Halbinsel und um sie herum vorzubeugen und zu verhindern, dass sich ein bewaffneter, unkontrollierbaren Beduinen-Kleinstaats entwickelt. Diese Schritte würden auch dem Risiko entgegenwirken, das unter dem Druck eines nicht zu bändigenden Sinai-Grenzlandes für den israelisch-ägyptischen Frieden entstehen könnte.
Der Israeli Ehud Yaari ist International Fellow am The Washington Institute und Nahost-Kommentator für den israelischen Sender Channel 2. Er war Mitherausgeber der Jerusalem Post und erhielt zahlreiche journalistische Auszeichnungen, u.a. wurde ihm von der israelischen Presse der Chefredaktoren-Preis für die Berichterstattung im Friedensprozess mit Ägypten verliehen. Ferner hat er acht Bücher über den arabisch-israelischen Konflikt geschrieben; seine Artikel erschienen in der New York Times, Wall Street Journal, Washington Post, Atlantic Monthly und vielen anderen Medien.
Policy Note #9, The Washington Institute for Near East Policy, erschienen Januar 2012.
Als PDF (20 Seiten, 972 KB) kostenlos herunterladen…

 

* Auf der Blogseite Basics finden sich zudem zahlreiche Informationen und Resourcen zu den Moslembrüdern.

 

Englische Artikel und Analysen:

* Morsy’s moves Israeli officials were apparently surprised by Egyptian President Mohamed Morsy’s Ramadan bombshell on Sunday, in which he sent his powerful defense minister and other senior generals into retirement and revoked a military order curbing his powers. (jpost, 13.8.12)
Morsy gov’t imposing pain on Gazans like Mubarak The Islamist group Hamas, stunned by Egypt’s closure of its border with Gaza, said on Monday the new Islamist leadership in Cairo was imposing the same pain on the Palestinian enclave as ousted former president, Hosni Mubarak. (jpost, 13.8.12)

* Intelligence minister says Israel-Egypt ties will overcome Sinai unrest. Dan Meridor: Replacement of Cairo intel chief won’t harm relationship with Jerusalem (ToI, 9.8.12)

* Jihadists‘ goal: Israel-Egypt war by Ron Ben-Yishai (ynet, 7.8.12):
Analysis: Experienced terrorists in chaotic Sinai looking to ignite entire region, establish rule of Salafi-Wahabi Islam as threat to entire world.

* The hyposcrisy of the Egyptian blockade on Gaza exposed by the recent terror attacks in Sinai and Israel by Barry Shaw (ToI, 8.8.12):
The Egyptian move to close the smuggling tunnels and to reimpose the blockade on the Gaza Strip will have serious economic and social repercussions on Hamas and the population living in the Gaza Strip.

* Sinai terrorists supported by allies in Afghanistan, Iraq by Yaakov Katz (jpost, 8.8.12):
Global jihad terrorists in Sinai receive financial and logistical support from other Salafi terror cells in Afghanistan and Iraq, a senior Israeli official revealed on Wednesday. The groups are usually not connected to Iran, which is working to establish its own terrorist infrastructure in Sinai via Hezbollah.

* Morsi Fires Intelligence Chief, Sinai Governor (Arutz Sheva, 8.8.12)

* Analysis: Morsy, Hamas and the short-lived honeymoon (jpost, 8.8.12)

* Egypt’s president holds talks with Iran’s vice president (LATimes, 8.8.12)

* The Sinai attack: Blow by blow (jpost, 6.8.)

* The Washington Institute zum Thema Ägypten/Sinai/Arabischer Frühling, so z.B. Terrorism in Sinai: Tests for President Morsi and the Egyptian Military (August 6, 2012)

* Debkafiles  zum Thema Ägypten/Sinai/Arabischer Frühling, so z.B. Morsi axes military, intelligence chiefs over Sinai security breakdown (August 8, 2012)
……

Anmerkung: Die Moslembrüder und die Hamas behaupten, Israel selbst stecke hinter dem Angriff vom 5. August auf seine Grenze. Das verwundert kaum, angesichts der sonstigen nicht minder absurden, verleumderischen und antisemitischen „O-Töne“ aus der arabischen Welt.

Veröffentlicht am August 8, 2012, in Ägypten, Grenzen, Terror gegen Israel. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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