Archiv für den Monat Juli 2012

#justoneminute – eine Schweigeminute für die Terroropfer von ‚München 1972‘

zuletzt aktualisiert: 05.08.2016

 

Diese Kollektion widmet sich der Initiative von den Angehörigen der Terroropfer der israelischen Olympiamannschaft von 1972 in München, die bemüht war, das IOC (International Olympic Committee) zu überzeugen, in diesem Jahr (2012) anlässlich des 40. Jahrestages des palästinensischen Terrorattentats auf die israelischen Athleten bei den 20. Olympischen Spielen eine Schweigeminute bei der Eröffnungszeremonie der diesjährigen Olympiade in London abzuhalten. Das IOC lehnte dies mit Berufung auf den ‚unpolitischen Charakter‘ der Spiele ab: „Die Atmosphäre bei der Eröffnungsfeier in London muss von Fröhlichkeit und Feierlichkeit geprägt sein, nicht von Trauer“, so Rogge.
Trotz größter Bemühungen weltweit, die Initiative auf unterschiedlichste Weise zu unterstützen und das IOC zu überzeugen, dass es sich nicht um eine politische, sondern um eine Schweigeminute der Pietät und Moral, des Gedenkens sowie des Mitgefühls für die Angehörigen und Opfer ist, die aus politischen Gründen während der Olympischen Spiele ermordet wurden, sind die Olympischen Spiele 2012 in London ohne eine Erwähnung des Massakers an den israelischen Sportlern 1972 und des Gedenkens eröffnet worden. Einzig Bob Costas von der NBC erwähnte bei seiner Reportage zur Eröffnung der Spiele, dass ein Tribut für die Opfer angebracht gewesen wäre.

Für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro im Jahr 2016 forderte Israels Vize-Außenminister am 13.8.12 in seinem Gastbeitrag „Just one minute in Rio“ in der Jerusalem Post das IOC auf, die Schweigeminute in die Eröffnungszeremonie bei den 31. Olympischen Spielen zu integrieren: “ … The IOC can take one little step to rectify this situation. Now, a full four years before the 2016 Olympic Games in Rio de Janeiro, the IOC can state officially and unequivocally that it will hold a minute silence during the opening ceremony for the 11 murdered Israeli athletes. …“

Untenstehend werden die Debatte darüber sowie verschiedene Positionen, Veranstaltungen und Kampagnen ausschnittsweise dokumentiert, einschließlich einiger Ungeheuerlichkeiten gegenüber Israel, die sich am Rande der Olympiade 2012 ereignen.

 

 

Update vom 05.08.2016: 

Süddeutsche Zeitung online vom 3.8.2016: Bach gedenkt israelischer Opfer von München 1972

IOC-Präsident Thomas Bach hat der elf israelischen Opfer des Überfalls palästinensischer Terroristen auf die Olympischen Spiele 1972 in München gedacht. Im Athletendorf der Spiele von Rio de Janeiro verlas Bach am Mittwoch die Namen der Männer.

Bach weihte mit einer Schweigeminute einen Ort der Trauer ein. Einen solchen Ort des Gedenkens zu schaffen, hatte sich das Internationale Olympische Komitee im vergangenen Jahr vorgenommen.

Zwei Witwen, Ankie Spitzer und Ilana Romano, sowie Mitglieder der israelischen Mannschaft und die Spitze des IOC kamen zusammen. Bach sagte, der Anschlag habe sich nicht nur gegen die Olympia-Teilnehmer gerichtet, sondern auch gegen die Werte, für die ein olympisches Dorf stehe.

Die israelischen Opfer-Familien hatten das Internationale Olympische Komitee (IOC) jahrelang gebeten, dem Verlust ihrer Angehörigen auf besondere Weise zu gedenken. Spitzer sagte: „Wir haben 44 Jahre auf dieses Andenken und diese Anerkennung unsere Liebsten gewartet. Das bringt nun etwas zu Ende.“

Das israelische IOC-Mitglied Alex Gilady zeigte sich von der Zeremonie tief berührt, wie er seinen Kollegen berichtete. Auf der Session, der Hauptversammlung der IOC-Mitglieder, sagte er, dass jedes Mal eine dunkle Wolke für die Angehörigen der München-Opfer aufgezogen sei, wenn eine Eröffnungsfeier nahe gekommen sei. Der Ort der Trauer helfe nun, den Schmerz zu lindern.

 

 

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