Die IDF – eine Armee mit vielen Facetten

zuletzt aktualisiert: 25.11.2014

 

Die israelischen Streitkräfte (engl.: IDF/hebr.: ZAHAL) existieren seit 1948, dem Gründungsjahr des Staates Israel.

Die IDF mussten das Land in fünf größeren Kriegen, der Intifada I und II sowie verschiedenen Militäroperationen verteidigen und gehören damit zu den weltweit kampferfahrensten Armeen, „allgemein als die schlagkräftigste des Nahen Ostens“ bezeichnet.

Innerhalb des Nahost-Konflikts wird die IDF meist als das anonyme, willkürlich brutale und mordende Feindbild schlechthin dargestellt, als Symbol eines vermeintlichen Unrechtsstaates, Apartheids- und Besatzungsregimes  und Zionistischen Geschwürs, welches es gilt, mit vermeintlich allen Mitteln legitimerweise zu bekämpfen, sei es durch Terror oder zivile Provokation internationaler Aktivisten. Eines der Mittel ist auch die Dämonisierung der IDF mithilfe Lügen und Verleumdungen, die  nachhaltig im öffentlichen Gedächtnis verbleiben und den Nähboden für negative Assoziationen bis gar zum Israelhass generell bieten. Hier die 5 größten Anti-IDF-Lügen, die sich weltweit verbreiteten. (Mehr auch unter „Die Pallywood-Falle“.)

Aber die IDF sind nicht nur die Verteidigungsarmee des einzigen jüdischen Staates, der seit dem Tag seiner Gründung im Krieg ist. Sie ist zudem aufgrund Israels komplexer Bedrohungslage eine Armee mit moralischen Dilemata, ethischer Doktrin und kontroversen Debatten und Untersuchungskommissionen, denen sich die Armee stellt.
Und ebenso wie der Aufgabe eines gesellschaftlichen Schmelztiegels gerecht werdend, leistet sie den Palästinensern und weltweit humanitäre Hilfe und folgt so der jüdischen Maxime des Tikkun Olam.

Dieser Beitrag eine Kollektion unterschiedlichster Aspekte zusammenstellen, um jene Seiten der IDF zu beleuchten, wie sie generell unbekannt sind oder massiv außer Acht gelassen werden.

Am 4. Ijar (am Vortag des Unabhängigkeitstag Yom Haatzmaut) wird von ganz Israel der Yom Hazikaron, der Gedenktag für die gefallenen Soldaten in den Kriegen für Israel und den Opfern der Terroranschläge begangen:

Es gibt ein Lied, das zum nationalen Symbol für die Erinnerung aller Gefallenen der Kriege wurde – „Millionen Sterne“:

„Die Sicherheitsziele der IDF sind die Verteidigung der Existenz, der territorialen Integrität und der Souveränität des Staates Israel, die Abschreckung aller Feinde und die Eindämmung aller Formen des Terrorismus, die eine Bedrohung für das tägliche Leben darstellen. Ihre Hauptaufgaben sind die Verstärkung der Friedensvorkehrungen, die Gewährleistung der Sicherheit im Westjordanland und im Gazastreifen in Zusammenarbeit mit den palästinensischen Behörden, die Bekämpfung des Terrorismus innerhalb Israels sowie jenseits der Landesgrenzen und die Aufrechterhaltung eines Abschreckungspotentials, um den Ausbruch von Feindseligkeiten zu verhindern.“ (MFA)

Derzeit steht sie zudem vor der Herausforderung, einer globalen semi-zivilen Kampagne Einhalt zu gebieten, die als politisches und propagandistisches Mittel, in Kooperation mit gewalt- und terror-bereiten Gruppierungen, Israels Grenzen mittels vermeintlicher „Friedensaktionen“ angreift.

Neben den militärischen Aufgaben erfüllt die IDF jedoch viele weitere Aufgaben.

Wussten Sie beispielsweise, dass…:

… die IDF wichtiger Teil des Lebens eines jeden einzelnen Israeli ist, über die Pflichtdienstzeit hinaus?

Es gilt in Israel für Männer und Frauen eine Militärdienstpflicht von 3 bzw. 2 Jahren, mit der Möglichkeit, sich für die http://www.your-krav-maga-expert.com/women-in-idf.htmlDauer einer Ausbildung oder eines Studiums in zahlreichen Einheiten  länger zu verpflichten.
Bereits als Jugendlicher mit der so genannten „Gadna-Woche“  bis ins mittlere Alter, in dem einmal im Jahr der einmonatige Reservedienst „Miluim“  geleistet wird, ist ein Israeli eng mit der IDF und den Menschen, die ihm während dieser Zeit dort begegnen, verbunden und jeder hat eine andere persönliche Geschichte.  So kommt es, dass in einem Land mit fast 8 Millionen Menschen der allergrößte Teil in der Armee war oder ist und auch als Reservist Teil der Armee bleibt. Daher betrifft den Yom Hazikaron auch jeden einzelnen Israeli, nicht nur weil sie selbst in der IDF sind oder waren und vielleicht verletzt wurden, sondern auch weil ein jeder Israeli einen Freund oder Familienangehörigen hat, der verletzt oder getötet wurde. Dieser Tag ist der Tag der Trauer, des Tributs und des Trosts einer ganzen Nation, für dessen Existenz viele mit ihrem Leben bezahlen.

Und die meisten, die an den Konflikt im Nahen Osten denken, stellen sich naturgemäss einen israelischen Juden vor, der gegen einen nahöstlichen Araber und Muslim kämpft. Doch auch Nicht-Juden aus den muslimischen, drusischen und christlichen Gemeinschaften in Israel dienen zusammen mit ihren jüdischen Altersgenossen in der IDF. Nach der Grundausbildung leisten sie ihren Eid auf den Staat Israel auf einer Kopie des Korans oder des Neuen Testaments, statt auf der hebräischen Bibel.

… die IDF einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in Israel leistet?

Bildungs- und Sozialprogramme
Im Jahre 1951 entstand die „Teacher-Soldier Unit“, eine Einheit, zu der mehr als 1000 Soldaten gehören. Diese Soldaten unterrichten u.a. Hebräisch und israelische Landeskunde und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Eingliederung von Immigranten. Diese Notwendigkeit ergab sich aus der israelischen Geschichte. Israel ist ein reines Einwandererland – da es bis zum Jahre 1948 nicht existierte, sind alle Einwohner Immigranten oder Nachfahren solcher. Aus dieser Situation heraus ergibt sich ein gesellschaftlicher Bedarf – die Integration der Zuwanderer, aber auch unterstützt die IDF zum Beispiel in Israel geborene förderbedürftige Juden und in Israel lebende ethnischen Minderheiten. So ermöglichen sie diesen, ihre Hebräischkenntnisse zu verbessern und einen Schulabschluss zu erreichen.

Neben den neuen Zuwanderern und ethnischen Minderheiten sind Jugendliche aus ländlichen, sich noch entwickelnden Gebieten Israels eine weitere Zielgruppe. Um ihnen zu helfen, wurde 1999 das Programm „ATIDIM“   ins Leben gerufen. Es trägt dazu bei, dass dieser Zielgruppe der Zugang zur akademischen Bildung erleichtert wird, und konzentriert sich besonders auf die Bereiche Naturwissenschaften, Maschinenbau, Medizin, Jura, Personalentwicklung und Logistik. Im Rahmen dieses Programmes erfahren die Teilnehmer soziale und akademische Unterstützung, erhalten Stipendien und werden mit Laptops ausgestattet.

Die IDF bietet zudem mit ihrem Programm „MAKAM“  Menschen mit besonderen Bedürfnissen die Chance auf eine bessere Eingliederung in das gesellschaftliche Leben in Israel. Diese Zielgruppe umfasst Jugendliche mit Lernschwierigkeiten, einem schlechten sozio-ökonomischen Hintergrund, mit Verhaltensauffälligkeiten oder gar kriminellen Vergangenheiten. Das Programm ist ein strukturiertes Bildungsangebot, das sich aus folgenden Schritten zusammensetzt: Spezialtraining, Berufsausbildung und Abitur.http://www.idfblog.com/2011/11/21/today-in-history-the-moshe-operation-bringing-thousand-of-jews-to-israel/

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Programmen existieren noch zahlreiche weitere. darunter beispielsweise für Israelis, die aus Äthiopien oder dem Kaukasus zugewandert sind.


Programme für Nicht-Juden und Nicht-Israelis

Beduinen und Drusen bilden den größten Anteil der arabischen und somit nicht-jüdischen Bevölkerungsgruppe in Israel. Auch diese sollen durch die „Gadna-Woche“ und das „ATIDIM-Projekt“ an den Dienst in der israelischen Armee herangeführt werden. Zudem können sie an speziellen Hebräisch-Schulungen und akademischen Vorbereitungskursen teilnehmen.

Des Weiteren wird der „Nativ-Kurs“  für die nicht-jüdische und die immigrierte Bevölkerungsschicht angeboten. Dieser Kurs soll die Identifikation mit der jüdischen Kultur und das Zugehörigkeitsgefühl zur israelischen Gesellschaft stärken. Zusätzlich ist der Kurs Teil des Konvertierungsprozesses für all diejenigen, die dem jüdischen Glauben beitreten wollen.

Für Nicht-Israelis bietet die IDF drei Programme an: „Naala“, „Mahal“ und „Sar-El“. Während die beiden erst genannten spezielle Militärprogramme für jüdische Nicht-Israelis sind, richtet sich „Sar-El“ an in der Diaspora lebende Juden, aber auch an nicht-jüdische Anhänger des Staates Israels. In diesem Programm werden Freiwillige für drei Wochen nach Israel eingeladen, um in Krankenhäusern oder in der IDF zu arbeiten, an Rundreisen und Vorlesungen über jüdische und israelische Themen teilzunehmen und/oder den Shabat zu erleben.
Links zu den Websites der verschiedenen IDF-Organisationen  sowie Freiwilligendiensten


„Zeugen in Uniform“

Als Teil des Gedenkens an den Holocaust besuchen als „Witnesses in Uniform“  Offiziere aus allen Sparten der israelischenhttp://www.idf.il/1283-15674-en/Dover.aspx Armee auf einer fünftägigen Reise nach Polen und Osteuropa, aber auch Deutschland jüdische Gemeinden, jüdische Friedhöfe und ehemalige Konzentrationslager sowie Holocaust-Gedenkstätten.
Neben den Offizieren nehmen Holocaust-Überlebende und Familien von gefallenen, israelischen Soldaten teil. Vermittlung der Grundwerte des Lebens wie Menschenwürde, aber auch die Identitätsbildung durch die Bindung an das jüdische Volk aber auch den Staat Israel als jüdische Demokratie, was es beides zu verteidigen gilt, soll durch diese Reise gefördert werden.


Kultur und Medien in der IDF

Neben einer eigenen Band and einer eigenen Theatergruppe sowie anderen kulturellen Angeboten veröffentlichen die Streitkräfte ihre eigene Zeitung und unterhalten einen eigenen Radiosender Galei Zahal, der sowohl für die Soldaten als auch für die Zivilbevölkerung zugänglich ist.


… die IDF in weltweiten Katastrophengebieten sofortige Hilfe leistet? 

Beispielsweise zu den Erdbeben und Fluten in der Türkei, Japan, Haiti, Burkina Faso, den Philippinen, Kenia und den Kriegsflüchtlingen im Kosovo eilen IDF – und IsraeAID – Delegationen zu Hilfe. Israels Armee ist stets unter den Ersten, die humanitäre Hilfe leisten (sieheVideo vom IDF Feldkrankenhaus in Haiti):


… die IDF die Hilfstransporte in den Gazastreifen koordiniert und so täglich mehrere Tonnen Hilfsgüter geliefert werden?

Es handelt sich um die IDF Einheit COGAT  Coordinator of Government Activities in the Territories Unit, die neben den Transporten aller Hilfsgüter internationaler Organisationen in den Gazastreifen und medizinische Hilfestellung für Palästinenser leistet, auch WÄHREND auf Israel Raketen abgeschossen werden, sei es für verletzte Jungen oder Krebspatienten.

Hierzu auch interessant: Medical Supplies to Gaza: A Beginner’s Guide
Die wöchentlichen Lieferungen werden übrigens stets dokumentiert.


…die IDF eine Armee nicht nur mit einer Doktrin – sondern sogar einer Ethischen Doktrin ist?

Die Basisdoktrin der IDF (www.idf.gov.il)

Der Auftrag:
– Die Existenz, die territoriale Unversehrtheit und Souveränität des Staates Israel zu verteidigen.
– Die Einwohner Israels zu schützen und alle Formen des Terrorismus der das tägliche Leben bedroht zu bekämpfen.

Basisrichtlinien der Sicherheitsdoktrin:
– Israel kann es sich nicht leisten, einen einzigen Krieg zu verlieren.
– Strategisch defensiv, ohne territoriale Ambitionen handeln.
– Streben nach Vermeidung von Krieg im politischem Sinne und nach einer zuverlässigen Abwehrhaltung.
– Unterbinden eines Kriegsausbruches durch schnelles und präzises Handeln.
– Bekämpfen von Terrorismus.
– Sehr geringe Opferrate.

Defensive Strategie – Offensive Taktik: Vorbereitung der Verteidigung:
– Ein kleines stehendes Heer mit Frühwarnsystem, reguläre Luftwaffe und Marine.
– Effiziente Reservistenmobilisation und hervorragendes Transportsystem.

Der Rückschlag:
– Koordination sämtlicher Waffensysteme.
– Schnelle Verlagerung des Kampfes auf das Territorium des Feindes.
– Zügige Umsetzung der Kriegsziele.

Dies wird von Wikipedia folgendermaßen zusammengefasst: Die allgemeine Einsatzdoktrin der israelischen Streitkräfte ist von der Ansicht geprägt, dass Israel aufgrund seiner geringen territorialen Ausdehnung keinen Raum für defensive Kriegstaktiken hat. (…) Daraus wird abgeleitet, dass militärische Konflikte, ob vorbereitet oder durch militärische Eskalationen ausgelöst, auf politischer Ebene verhindert werden müssen. Das Militär unterstützt diese außenpolitische Leitlinie mit einem wirksamen Abschreckungspotenzial. Sollte Israel dennoch Krieg führen müssen, so ist primäres Ziel der Streitkräfte, die strategische Initiative an sich zu reißen und den Krieg schnell und mit möglichst wenigen eigenen Verlusten zu Ende zu führen. (…)

Allerdings ist Israel nicht nur mit Kriegen konfrontiert, auf die diese Doktrin anzuwenden ist, sondern seit jeher mit einer asymmetrischen Kriegsführung von Terrororganisationen.


Der Kern der asymmetrischen Kriegsführung gegen Israel

Das internationale Recht der Genfer Konventionen basiert allerdings auf dem ‚klassischen’ Modell des Krieges zwischen zwei Armeen bzw. zwischen sozialen Gruppen der Bevölkerung eines Staates (Bürger-Krieg). Infolgedessen ist es eine große Herausforderung, existierende internationale Rechtsgrundsätze auf Konflikte mit Terrororganisationen anzuwenden. Sie können keine Antwort auf die zahlreichen ethischen Dilemmata geben, die bei solchen Konflikten erwachsen, wie sie die IDF vor dem Hintergrund des Gaza-Krieges formulierte: Ethische Dilemmata während der Operation Gegossenes Blei

Demnach hätten im Bemühen, ihre militärische Unterlegenheit wettzumachen, die Terrororganisationen systematische Strategien entwickelt, die das Unvermögen des internationalen Rechts in Bezug auf diese Fragen ausschlachten.
Dem Terrorismus seien der Wert des menschlichen Lebens und der Humanismus gleichgültig, sowohl was die eigene Nation angeht als auch seine Feinde. Aufgrund der fehlenden Verpflichtung gegenüber dem internationalen Recht fühlten sich die Terroristen frei von jeglichen ethischen oder moralischen Beschränkungen und operierten ohne jegliche internationale Überwachung. Terrororganisationen versuchten, das Vorgehen der Feindstaaten zu delegitimieren. Sie erreichten dies, indem sie sich selbst als Opfer stilisierten. Dieses Bestreben würde dadurch gefördert, dass das
Schlachtfeld in dicht bevölkerte Gebiete verlegt würde, wobei mit dem Endziel der Medienaufmerksamkeit eine Wirklichkeit von Tod und Elend erzeugt würde.

Die Operation Gegossenes Blei sei insofern ein klassisches Beispiel für asymmetrische Kriegsführung. Die Hamas habe mit http://www.idfblog.com/hamas/2012/02/27/cover-hamas-illegitimate-human-shield/der Methode der menschlichen Schutzschilde (VIDEO)  hierbei terroristische Verhaltensmuster mit zynischen Resultaten an den Tag gelegt. Israel im Gegensatz dazu verwende die Methode, Zivilisten im Vornherein zu warnen, wann welche Art von Operationen gegen wen und wo zu erwarten seien, sodass sie sich in Schutz bringen könnten. So wurden während der Operation Cast lead mehr als 1 250 000 Flugblätter verteilt, mehr als 165 000 Bewohner des Gaza-Streifens wurden vorab telefonisch gewarnt.
Siehe auch Hintergrundpapier des ITIC „Zur Methode der Menschlichen Schutzschilde“.

Gleichwohl ist es nicht unmöglich, Opfer unter den Zivilisten der anderen Seite zu vermeiden. Die eigens eingerichtete Untersuchungskommssion veröffentlichte folgenden Ergebnisbericht zum Gaza-Krieg, der die Fehlverhalten und „Kollateralschäden“ untersuchte: Gaza Operation – factual and legal aspects


Die Ethische Doktrin der IDF

Um den ethischen Dilemmata des Krieges, vor allem solchen, die während der  Terrorismusbekämpfung auftreten, begegnen zu können, hat die IDF einen moralischen Code entwickelt (Der „Geist der IDF“) . Dieser Code setzt sich aus den Werten zusammen, die der Gründung des Staates Israel innewohnten, den Werten der westlichen Demokratie und der Verpflichtung gegenüber dem internationalen Recht.

In diesem Video stellt sich Professor Asa Kasher, der Autor des Ethischen Codes, der Frage, ob die „IDF die moralischste Armee der Welt“ sei.

Exemplarisch ein Ausschnitt aus dem längeren WELT-Artikel von Bernard-Henri Lévy „In Stahlgewittern. Raketen, Träume, Zivilisten: Notizen von der israelischen Seite der Front“, welchen er im Gaza-/Libanon-Konflikt im Sommer 2006 schrieb, als er unter Anderem die israelischen Gebiete und Kriegsschauplätze besuchte, die im Süden von der Hamas mit Kassam-, Mörser- und Gradraketen, und im Norden von der Hisbollah mit Katyushas beschossen wurden.

„… Drei Dinge frappieren mich hier. Zunächst das extrem junge Alter der Artilleristen, 20, vielleicht auch nur 18 Jahre alt; dann ihr verwunderter Blick, wenn der Schuß losgeht, als wäre es jedes Mal das erste Mal; ihre kindischen Scherze, wenn ein Kamerad sich nicht schnell genug die Ohren zugehalten hat und er von der Detonation betäubt ist; und dann die ernste und zugleich ergreifende Seite von dem, was man auf den Vorposten des gewaltigen Dramas erfaßt und was einen übersteigt. Dann auch die lässige, ja beinahe nachlässige oder gammlige Haltung einer kleinen Truppe, die mich unweigerlich an das Durcheinander der jungen republikanischen Bataillone erinnert, wie sie ebenfalls Malraux beschrieben hat, eine eher sympathische als martialische Armee, eher demokratisch als überheblich und herablassend; eine Armee, die auf jeden Fall das genaue Gegenteil von den brutalen Bataillonen von Terminator-Typen ist, wie sie in den großen europäischen Medien so häufig beschrieben werden.

Und schließlich das sonderbare Gefährt, das rein äußerlich den Geschützen auf Panzerketten ähnelt, aber etwas abseits steht und nicht schießt. Dieses dritte Gefährt ist ein mobiler Maschinenraum, den man wie ein U-Boot von oben über ein zentrales Türmchen und eine Steigleiter betritt. Darauf halten sich sechs, an manchen Tagen auch sieben Männer auf, die sich um eine Batterie von Radaranlagen, Computer und andere Meldesysteme kümmern, deren Aufgabe es ist, Informationen zu sammeln, um den Schußwinkel zu bestimmen, den man an die Artilleristen weitermeldet. In Wirklichkeit steht im Zentrum der israelischen Artillerie eine wahres Kriegslaboratorium, wo Wissenschaftssoldaten ein Maximum an Intelligenz einsetzen, um mit der Nase auf ihren Bildschirmen noch so geringfügige Unwägbarkeiten des Geländes in ihre Daten zu integrieren, sobald sie ihnen bekannt werden, um die Entfernung des Zieles, die Geschoßgeschwindigkeit und nicht zuletzt die Wahrscheinlichkeit der Nähe eines eventuellen zivilen Objektes zu berechnen, und letzteres ist, das kann ich bezeugen, die Hauptsorge der israelischen Armee. …“

Zudem das Statement von Richard Kemp, dem ehemaligen Befehlshaber der britischen Truppen in Afghanistan
(16. Oktober 2009 vor dem UN Human Rights Council; 12. Special Session):
„Based on my knowledge and experience, I can say this: During Operation Cast Lead, the Israeli Defence Forces did more to safeguard the rights of civilians in a combat zone than any other army in the history of warfare.“

Mehr zu den Dilemmata und der ethischen Doktrin:
Teaching Morality in Armed Conflict: The Israel Defense Forces Model (Juni 2006) by Amos N. Guiora
Balancing IDF Checkpoints and International Law: Teaching the IDF Code of Conduct by Lt. Col. Amos Guiora, Commander of the IDF School of Military Law
What would you do if you were an Israeli soldier (JVL)


… innerhalb der IDF Untersuchungen unternommen werden, sobald die IDF in Militäroperationen oder anderen Gefechten verwickelt ist, bis hin zu Vorfällen wie jüngst mit Zivilisten?
Dass es in einem Krieg und bei gegen Israel provozierten Gewaltzusammenstößen zu Vorfällen kommt, die Tote und Verletzte nach sich ziehen, liegt in der Situation begründet, dass Israel auf verschiedenste Art angegriffen wird und sich zum Schutz seiner Bürger verteidigt, wie dies jeder Staat der Welt tun würde. Dass jeder Tote und Verletzte eine Untersuchung und öffentliche Debatte bis hin zu Disziplinarmaßnehmen bei inkorrektem Verhalten nach sich zieht, wird häufig übersehen, da es nicht in das kolportierte Bild der „martialischen Monster“ passt, wie es von den Feinden Israels dargestellt wird. Der Rechtsstaat Israel legt an seine Armee (wie auch an seine Bürger gleich welcher Religion oder Herkunft ebenso wie Regierungsmitglieder) keinen doppelten Standard an und entsprechende Konsequenzen werden gezogen. Beispiele:

Turkel Committee on the maritime incident on 31.5.2010 (Untersuchungen zur “Flotilla”-Vorfall am 31.5.2010)

The IDF has released information regarding comprehensive military investigations related to Operation Cast Lead

oder IDF Publishes the Conclusions of Five Internal Investigations of Incidents that Occurred During „Operation Cast Lead“

Vor dem Hintergrund des aktuellen „Fall Eisner“ eignet sich zum Verständnis dafür, weshalb sich die Debatte so entflammt, der Kommentar Wenn militärische Macht mit zivilem Ungehorsam konfrontiert wird.

Und ohne kleinlich sein zu wollen: die Verbrechen von UN-Soldaten überwiegen die Schwere des Soldaten Eisner um Einiges, wie die Recherchen von Manfred Gerstenfeld aufzeigen.

Viele andere Fälle von Generälen und Befehlshabern bis zu Soldaten, die gegen stehende Regeln der Armee verstoßen haben und entlassen wurden, können angeführt werden, sei es wegen unangebrachter Gewalt, Amtsmissbrauch, fehlerhaftem Verhalten gegenüber IDF-Angehörigen u.v.m.:

IDF officer dismissed over Palestinian fatality bzw. Imad Fares petitions against dismissal from IDF bzw. IDF commander who left soldier behind dismissed

Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Untersuchungen der IDF zu den haltlosen Anklagen, Massaker begangen zu haben, stets umgehend und transparent stattgefunden haben. Dass die IDF jeweils entlastet wurde, führt dennoch nicht dazu, dass bei der nächstbesten Behauptung von Greueltaten dennoch den Anschuldigungen der Palästinenser gegen die IDF Glauben geschenkt wird. Beispiesweise das „Jenin-Massaker“, der Fall Mohammed al-Dura, das angebliche Massaker vom Gaza-Strand sowie andere Beispiele im Beitrag zur „Pallywood-Falle“.


… die IDF mehr als nur eine Armee im Krieg ist?

Dieser Blogbeitrag beabsichtigt nicht, die IDF als eine Armee darzustellen, die fehlerlos ist, keine schwarzen Schafe beherbergt, keine Toten und „Kollateralschäden“ verursacht. Es ist defacto eine Armee im Kriegszustand.

Doch muss anerkannt werden, dass sämtliche Fehlleistungen nicht ununtersucht und ohne Konsequenzen bleiben, so wie auch der Krieg und der Terror an Israel nicht spurlos vorüber geht.

Wenn man aber über Israel urteilen will, ist es hilfreich sich damit auseinander zu setzen, dass es Untersuchungskommissionen ebenso gibt, wie entsprechende Disziplinarmaßnahmen, Suspendierungen, Verurteilungen und Strafen. Gleichzeitig zum Verständnis dieses Landes, in dem nahezu jeder Bürger bei der Armee ist, war oder sein wird, und jede Familie Angehörige hat, die verletzt oder getötet wurden, wichtig zu erkennen, welche komplexe und existentielle Rolle die IDF für jeden Israeli, jede israelische Familie, aber auch für die gesamte israelische Gesellschaft und ihr kollektives Gedächtnis hat.


… in der Armee auch Christen dienen?

Immer mehr Christen wollen nicht mehr Araber genannt werden und stellen sich auf die Seite Israels. Einige haben sich deshalb zum „Forum für die Rekrutierung von Christen“ zusammengeschlossen und für das kommende Jahr bereits rund 150 Christen rekrutiert – mehr als doppelt so viele wie bisher. Pater Gabriel Nadaf von der griechisch-orthodoxen Gemeinde in Nazareth unterstützt das Forum. Heute ist er auf dem Weg in die Knesset, um für die Ziele des Forums zu werben. Unterstützung findet er vor allem bei den Mitte-Rechts-Parteien.

„Dass wir uns in die israelische Gesellschaft integrieren wollen, hat moralische und historische Gründe und hängt mit den Wurzeln der Christen im Nahen Osten und speziell in Israel zusammen. Denn das Christentum kommt direkt vom Judentum und ist davon nicht wegzudenken. Das ist das Land unserer Väter und Großväter. Wir wollen nun zu unseren Wurzeln zurückkehren, denn mit den arabischen Staaten haben die Christen ja nichts zu tun.“
Mehr unter Vater unser in der IDF

 

 

Zum Vorgehen der IDF in Operationen

am Beispiel der Operation Protective Edge – Sommer 2014

Es muss anerkannt werden, dass keine andere Armee der Welt so gezielt und rücksichtsvoll gegen Angriffe auf sein Land vorgeht wie Israel, entgegen sämtlicher Behauptungen von Massakern oder den Vorwürfen von Völkerrechts- und Kriegsverbrechen von bspw. dem palästinensischen Vertreter bei der UN.
Diese beiden Aspekte, Verhältnismäßigkeit und Völkerrecht,  in Bezug auf die Militäroperation werden in dieser Kollektion eingehend in eigenen Paragrafen behandelt.

 

* Wenn Häuser zu Militärzwecken genutzt werden, dann werden sie nach internationalem Recht legitime militärische Ziele. Die ZAHAL zielt ausschließlich auf legitime militärische Ziele, wie es den Gesetzen des internationalen Rechts entspricht. Um möglichst genaue Treffer zu landen, bedient sich die ZAHAL fortschrittlicher Methoden: mehrfach abgesicherte Geheimdienstinformationen, ständige rechtliche Beratung und extensives Training der operierenden Kräfte vor dem Einsatz. Mehr zum Vorgehen der IDF auf militärische Ziele

 

* Israel warnt per Telefon vor den Luftschlägen und verwendet Flugblätter, um die Bewohner zu warnen. Als Warnungen beschießt Israel erst Leuchtfeuer und Low-Impact-Mörtel (mehr zur“Knock on the roof”-Methode mit Video), um drohende gezielte Beschüsse dieses Ziels anzukündigen. Die Hamas und andere palästinensische Quellen bestätigen, dass das israelische Militär TelefonWarnungen an Familien in den anvisierten Häusern gibt. Das heißt, alle Zivilisten haben die Chance, die Gegend zu verlassen und einen sicheren Ort aufzusuchen. Wenn die IDF bemerkt, dass Zivilisten vor Ort sind, bricht sie in der Regel den Angriff ab.
Sollten dabei Menschen getötet werden, gesteht die IDF ihr Versagen ein und bringt ihr Bedauern zum Ausdruck.

 

* Den Warnungen der IDF gegenüber steht die Aufforderung des Innenministeriums in Gaza “an die Bewohner des Gazastreifens, nicht mit den israelischen Streitkräften zu kooperieren, welche Nachrichten per Telefon an die Menschen übermittelt und sie auffordert, ihre Häuser (vor einem bevorstehenden Angriff) sofort zu evakuieren.” Israel informs 100,000 Palestinians of impending military action, but Gaza leadership tells them to stay put.

 

* Da sich die Hamas taktisch immer mit ihren Raketenstellungen in Wohngegenden, Schulen, Krankenhäusern, Moscheen positioniert,  verzichtet Israel dann auf Beschuss, wenn Zivilisten gefährdet würden. Das Dilemma beginnt, wenn ohne Aktion ein direkter Beschuss Israels der israelischen Bevölkerung folgen würde.
WATCH how Israel avoids civilian casualties. Palestinians fled a Hamas target today after the IDF fired a warning shot. Moments later, others flocked to the roof as human shields. Strike aborted.Vlog der IDF

 

* Dass Israels Präzisionstechnologie bei der Terrorbekämpfung bahnbrechend ist, wissen von internationaler Rüstungsindustrie bis hin zu sämtlichen Militärexperten so ziemlich alle, für die Terrorbekämpfung eine große Herausforderung darstellt, auch wenn in der Öffentlichkeit Israel mit der populistischen Anklage von Medien und Stammtischen aus konfrontiert ist , Gaza immer nur “willkürlich, wahllos, flächendeckend und alles vernichtend” zu bombardieren. Die Vorteile für alle Seiten – minimalinvasiv, kostengering, Kollateralschadenarm und ohne eigene Verluste Terroristen zu bekämpfen, ist seit Jahren von der IDF eine Methode, maximalen Schutz der Zivilbevölkerung im Gazastreifen zu gewährleisten.

 

* Das rechte Bild ist eine Luftaufnahme der IDF, die die Taktik der Hamas verdeutlicht, zivile Gegenden für den Raketenkrieg als Schutz zu missbrauchen: IDF: We’ve declassified this aerial photo of Gaza from last night in order to show the world how Palestinian terrorists use their homes as command centers and endanger their neighbors. 

Photo: Hamas supporters share graphics such as this one in order to encourage Palestinian civilians in Gaza to serve as human shields. The title in Arabic says "A Strong People". Share this post with more examples of Hamas using human shields. http://www.idfblog.com/blog/2014/07/08/hamas-uses-human-shields/    Hamas Human Shields IDF

Dazu gibt es ein besonders krasses Beispiel aus dem jüngsten Gazakrieg. Drei am Strand spielende Palästinenserkinder wurden von Israels Militär getötet. Sie waren – wie könnte es anders sein? – völlig unschuldig, völlig unbeteiligt am Krieg. Unmoral total, denkt man aufgrund der Bilder sofort. Und sagt: „Israel handelt verbrecherisch.“ Stimmt das?

Jenseits von Unmoral total war diese Tötung ein Irrtum des israelischen Militärs. Das wurde zugegeben. Davon werden jedoch die Kinder nicht wieder lebendig.

Jenseits von Unmoral und Irrtum ist eine solche Tötung, weil zurecht Empörung auslösend, ein katastrophaler politischer Fehler, und freiwillig begeht keiner Fehler.

Wir fragen weiter: Warum ließen die Eltern der Kinder, mitten im Kampfgeschehen, ihre Kinder am Strand spielen? Weil ihnen das Schicksal ihrer Kinder gleichgültig gewesen sollte? Eine zynische und dumme und unrealistische Annahme.

Die Antwort ist einfach: Die palästinensischen Eltern waren sich sicher, dass Israel aus eben den genannten Gründen nicht auf palästinensische Zivilisten schießen würde. Wer hat sich hier aber diese Fragen jemals gestellt? Ich kenne niemanden. Kein Wunder, denn jeder urteilt nach Bildern, vom Schein aufs Sein. So sind wir Menschen nun einmal.

 

Eines kann auch der israelkritischste Mensch, und eigentlich nicht einmal die Hamas selbst der IDF vorhalten: flächendeckende, kollektivbestrafende oder anderweitige Ausbombung zu betreiben. Wenn dem so wäre, dass Israel einen Genozid betreibe, würde die IDF einen verdammt schlechten Job machen.

Al Jazeera empfiehlt sogar der syrischen Armee, sich ein Beispiel an der IDF hinsichtlich des Zivilistenschutzes zu nehmen.

 

Zur Verhältnismäßigkeit und dem Völkerrecht

Kämpfe im Gaza-Streifen, insbesondere der tragische Tod von Zivilisten und die Beschädigung zivilen Eigentums im Verlauf des Konflikts, werfen wichtige und herausfordernde Fragen auf. Was ist ein legitimes Ziel bei der Reaktion auf einen terroristischen Angriff? Wie kann bestimmt werden, ob eine Reaktion verhältnismäßig oder unverhältnismäßig ist? Diese Fragen sind besonders akut in einer Situation, in der die Terrororganisation Hamas Zivilisten sowohl als Schutzschild als auch als Zielscheibe benutzt. Israel bemüht sich für seinen Teil darum, die Verletzung von Zivilisten auf beiden Seiten zu begrenzen: von israelischen Zivilisten, die von den Raketen und Mörsern der Hamas attackiert werden, und von palästinensischen Zivilisten, in deren Mitte sie gehortet und abgeschossen werden.

 

Verhältnismäßigkeit

 

Dan Hodges erläutert: Verhältnismäßig verhältnismäßig

” (…) Doch wenn wir von Israel »Verhältnismäßigkeit« verlangen, würde ich gerne eine Frage stellen: Was wäre denn zurzeit eine verhältnismäßige Reaktion? Wenn jeder im Prinzip anerkennt, dass Israel sich verteidigen darf, wie sollte diese Verteidigung dann in der Praxis aussehen?

Eine Möglichkeit für Israel, sich gegen die fortgesetzten Raketenangriffe der Hamas zu verteidigen, besteht natürlich darin, Bodentruppen in den Gazastreifen zu schicken, um die Raketen – und diejenigen, die sie abschießen – zu finden und unschädlich zu machen. Aber nach Ansicht der Israelkritiker stellt das eine furchtbare Eskalation des Konflikts dar. Eine Alternative dazu sind Luftschläge. Aber auch die führten weltweit zu einer Verurteilung. Marschflugkörper wären ebenfalls eine Option. Nur kann ich mir nicht vorstellen, dass die Stop the War Coalition dann in einer Pressemitteilung die Anwendung israelischer Präzisionswaffen in Gaza begrüßen würde.

Wie wäre es also mit einer chirurgischeren Herangehensweise? Könnte Israel vielleicht Attentatskommandos in den Gazastreifen schicken, um die Führung der Hamas und ihre wichtigsten Funktionäre auszuschalten? »Heute begrüßte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon die Nachricht, dass israelische Stoßtrupps in die palästinensischen Gebiete einmarschiert sind. ›Das ist eine rechtzeitige Deeskalation des Konflikts‹, sagte er.«

Und wie wäre es, überhaupt keine offensive Aktion zu unternehmen? Was würde passieren, wenn Israel einfach versuchen würde, die Hamas im Gazastreifen irgendwie in Schach zu halten? Nein, tut mir leid, das würde nicht funktionieren, weil man Israel dann vorwerfen würde, Gaza in das »größte Gefängnis der Welt« zu verwandeln. Die Hamas blockieren? Nein, denn die Welt verlangt ja gerade, die Blockade aufzuheben. Gezielte Sanktionen gegen die palästinensische Autonomiebehörde? Nicht im Ernst! Das würde nur unschuldige Palästinenser bestrafen. Und überhaupt: Die Welt sollte in der Stunde der Not solidarisch an ihrer Seite stehen!

Wenn die Leute sagen, Israels Antwort auf die Aggression der Hamas müsse »verhältnismäßig« sein, meinen sie das gar nicht so. Was sie in Wahrheit meinen, ist, dass Israel überhaupt nicht antworten soll. (…) “

 

Hier finden Sie ein umfassendes Dossier zur Frage der Verhältnismäßigkeit Israels Maßnahmen gegen den Terror

sowie hier den Artikel Asymmetries and proportionalities   by Laurie R. Blank:
The conflict in Gaza is replete with asymmetries: the number of civilian casualties on either side, the amount of destruction, the types of weapons used and technological capabilities of the Israel Defense Forces (IDF) and Hamas, or the resources poured into shelter and defense of civilians from attacks.

 

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Zum Völkerrecht

Für den Völkerrechtsexperten Claus Kreß steht fest: Im Gaza-Konflikt gibt es derzeit keine Anzeichen für israelische Kriegsverbrechen. Anders sehe es bei der Hamas aus, sagte der Direktor des Kölner Instituts für Friedenssicherungsrecht. Daran änderte auch die unterschiedliche Bewertung der Opferzahlen nichts.
Das werfe die Frage auf, ob bei den Terroraktionen der Hamas, die klar gegen das Völkerrecht verstießen, nicht auch die Schwelle eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit erreicht worden sei, meinte Kreß. Das müsse dann auch international strafgerichtliche Folgen nach sich ziehen.
Auch der Gewalteinsatz Israels im Gazastreifen müsse auf seine Verhältnismäßigkeit kontrolliert werden, sagte der Völkerrechtsexperte. Zwar gebe es momentan keine Anhaltspunkte für Kriegsverbrechen auf israelischer Seite, bei Verdachtsmomenten habe das Land jedoch die Pflicht, diesen auch nachzugehen:

” (…) Verstöße sind mit Sicherheit zu erkennen, im Augenblick nur auf der Seite der Hamas, und hier wäre es sehr wünschenswert, dass eine internationale Strafgerichtsbarkeit sich mit diesen Verstößen beschäftigen könnte. Das ist eine Frage der Zuständigkeit, die wir jetzt nicht im Einzelnen erörtern können, die Schwierigkeiten aufweist. Was mögliche Verdachtsmomente gegen Israel anbetrifft, so ist Folgendes zu sagen: Israel hat in den letzten Jahren enorme Anstrengungen unternommen, das eigene Militärjustiz-System zu verbessern, um jedem Verdachtsmoment, dass Kriegsverbrechen begangen worden sein könnten, nachzugehen.

Und ich würde einen Schritt weitergehen und sagen: Israel … Es wäre wünschenswert und Israel sollte selbstbewusst genug sein inzwischen, diese Tätigkeit der eigenen Militärjustiz dort, wo geboten, auch einer internationalen Kontrolle zu unterstellen. Aber primär gilt hier: Israel ist in der Pflicht, so es Verdachtsmomente für Kriegsverbrechen im einzelnen Fall gibt – aber noch einmal, ich habe dafür zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte –, diesen Verdachtsmomenten nachzugehen. (…) “

Das Interview mit Claus Kreß in voller Länge

 

Der Aufsatz Zur Verhältnismäßigkeit und den völkerrechtlichen Aspekten des Vorgehens der IDF von RA Jonathan Heuberger zur vergangenen Militäroperation Wolkensäule hat an Richtigkeit und Aktualität nichts verloren.

 

Besonders jedoch macht die verzerrende Berichterstattung der Medien hinsichtlich der realen und der dargestellten Vorgehensweise von Israel vs. Hamas große Sorgen.

Im Folgenden die Einleitung des angehängten Artikels Das Völkerrecht im Zusammenhang des Hamas-Israel-Konfliktes richtig verstehen von Laurie Blank, Director of the International Humanitarian Law Clinic at the Emory University School of Law:

“Das Völkerrecht hat eine ganze Menge über die neueste Gewalt, die zwischen Israel und der Hamas eskaliert ist, zu sagen. Auch die Medien. Nur leider gibt es da nur selten Übereinstimmungen, was schade – und manchmal, bei Falschdarstellungen, ungeheuerlich ist. In einem Zeitalter, wenn beides – reale und wahrgenommene Verletzungen des Völkerrechts – einen erheblichen Effekt auf die Legitimität des Handelns eines Staates hat, ist es viel mehr als nur schlechter Journalismus, wenn es falsch dargestellt wird.

Die Kernaufgabe des Gesetzes im Krieg – eine Jahrhunderte alte Rahmenregelung für das Verhalten während der Kriegszeit – ist, die Zivilbevölkerung zu schützen und Leiden während der Kriegszeit zu minimieren.
In jedem Konflikt, haben alle Beteiligten – Staaten, Rebellengruppen, Terrororganisationen – die Verpflichtung, Schaden von Zivilisten zu minimieren. Für jede Partei, haben diese Verpflichtungen zwei Grundformen: den Schutz der Zivilbevölkerung in den Bereichen, die sie angreift und Schutz der eigenen Zivilbevölkerung vor den Angriffen der feindlichen Partei.

Die Parteien
1) dürfen nur die feindliche Infrastruktur angreifen,
2) müssen wahllose Angriffe verhindern,
3) müssen Angriffe unterlassen, in denen die erwarteten zivilen Opfer übermäßig den Vorteil angesichts des militärischen Ziels überschreitet,
4) müssen sie Warnungen an die Zivilbevölkerung vor Angriffen ausgeben.

Armeen und bewaffnete Gruppen dürfen auf eigenem Territorium nicht aus dicht besiedelten Gebieten agieren, nicht ihre militärischen Ziele dort lokalisieren und Maßnahmen ergreifen, um Zivilisten aus der Gefahrenzone zu halten.

Genauer gesagt, das Gesetz kriminalisiert auch die Verwendung von Zivilisten als menschliche Schutzschilde.

Es ist besonders entmutigend, wenn die Perversionen dieses Gesetzes, durch verzerrte oder fehlerhafte Berichterstattung in den Medien, effektiv das Gegenteil darstellt.

Betrachten Sie nun die Medienberichterstattung über israelische Angriffe auf Ziele der Hamas und des Islamischen Jihad im Gazastreifen und auch die Aktionen der Hamas im Gazastreifen sowie dem gegenüber die Raketenangriffe auf Israel. (…)”

 

In dem NNZ-Beitrag von Eric Gujer heisst es:

„ (…) Die Bunker und Tunnel der Hamas lassen sich wirksam nur mit einer Bodenoffensive bekämpfen, die weit mehr Menschenleben fordern würde als Luftangriffe. Zugleich hält die Weltöffentlichkeit Israel die Opferzahlen vor und nicht der Hamas, obwohl diese durch Waffendepots in Mehrfamilienhäusern und Stellungen in Wohnquartieren die Verluste unter der Zivilbevölkerung als Mittel ihrer Strategie einsetzt. Indem sie das Kampfgeschehen bewusst in dichtbesiedeltes Gebiet verlegt, führt die Hamas das unter anderen Voraussetzungen konzipierte Kriegsvölkerrecht ad absurdum. Einseitige Schuldzuweisungen an die Adresse Israels sind daher demagogisch. Aber auch dies gehört zu den Bedingungen, unter denen Demokratien Krieg führen.“

 

Weiterführende Links:

first hand:

IDF Website

IDF Blog

IDF auf facebook

IDF auf Twitter

COGAT

Soldiers speak out loud

 

Bücher und Filme:

Reuven Gal: „A Portrait Of The Israeli Soldier“

Tzahal – ein Interview mit Claude Lanzmann über seinen Dokumentarfilm

A green Kippah – Dokumentarfilm über die Bedeutung von Yom HaZikaron

Amir Zohar – Dokumentation zum Schicksal des Reserve-Majors Amir Zohar

Drei teils weltweit preisgekrönte israelische Kino-Filme zum Thema:

Lebanon

Beaufort

Walz with Bashir

Veröffentlicht am April 22, 2012, in Demokratie, IDF, Israel, Israels Recht auf Selbstverteidigung. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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