Ägypten sollte mehr tun, um den Sinai zu sichern

Im Laufe der letzten Monate hat sich die Situation auf Ägyptens Halbinsel Sinai ins Chaotische verschlechtert. Die internationale Staatengemeinschaft muss weiteren Druck auf Ägyptens Führung ausüben, um die Sicherheit entlang der israelisch-ägyptischen Grenze und entlang der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen als Teil von Kairos Einhaltung seiner internationalen Verpflichtungen, zu denen auch der israelisch-ägyptische Friedensvertrag gehört, zu verstärken.  Siehe Artikel „Security and Defense: Growing threats“ by Yaakov Katz/jpost

Seit dem Fall des Mubarak-Regimes im Februar 2011 ist die Sicherheitslage in Sinai zunehmend instabiler und chaotischer geworden und wird zur Bedrohung der Zivilbevölkerung in Israel – sie erlaubt Beduinenstämmen und Israel-feindlichen Terroristen Schmuggel und Planung von Angriffen und ermöglichte die präzise koordinierte Terrorattacke am 18. August auf Südisrael, bei der acht Israelis ums Leben kamen.

Ägyptische Einrichtungen, einschließlich Polizeiwachen, sind in Sinai Ziel von Terrorattacken geworden. Seit Februar wurde die Gaspipeline von Ägypten nach Israel und Jordanien fünfmal angegriffen.  (Nachtrag April 2012: 14 Mal!)

Vor dem Angriff auf den Süden Israels hatte Ägypten eine Operation zur Festnahme einer Reihe von mutmaßlichen Terroristen durchgeführt. Angriffe auf Kopten können ungehindert stattfinden. Das ägyptische Kabinett hat außerdem Maßnahmen angekündigt zur Verbesserung der Wirtschaftsentwicklung und Sicherheit auf der Halbinsel Sinai. Über diese anfänglichen Schritte hinaus muss wesentlich mehr getan werden, um die Einhaltung der Gesetze durchzusetzen und den Waffenschmuggel in diesem Gebiet zu stoppen. (Siehe Artikel Egypt-Sinai-Gaza: The triangular threat to Israel by Gilad Stern/jpost.)


Die fehlende Kontrolle in Sinai erleichtert der Hamas und anderen Terrorgruppen im Gazastreifen den Schmuggel von Waffen, Geld und Menschen nach und von Gaza.

Die Hamas und andere Terrororganisationen konnten ihr Arsenal auf schätzungsweise 10.000 Raketen aufstocken, einschließlich Mittelstreckenraketen, welche die Stadtgrenzen von Tel Aviv erreichen können. In Folge der Attacke vom 18. August feuerten Terroristen mehr als 160 Raketen und Mörsergranaten auf Israel ab und zwangen so 1 Millionen israelische Bürger, sich in Schutzbunker zu flüchten.
Neben Waffen aus dem Iran werden auch Granaten und andere Waffen von Libyen aus durch Ägypten nach Gaza geschmuggelt. „Die Waffen sind in Libyen verfügbar auf Grund der instabilen Lage dort, und die Hamas nutzt diese aus, um Waffen von libyschen Schmugglern zu kaufen”, sagte Vizepremierminister Moshe Ya’alon Ende Juli.
Im März stellte Israel eine Schiffsladung von beinahe 50 Tonnen Waffen sicher, die auf dem Weg nach Ägypten war und von dort über Sinai nach Gaza geschmuggelt werden sollten. Zu der Ladung gehörten auch sechs Schiffabwehrgeschütze, welche die militärischen Fähigkeiten der Hamas enorm gesteigert hätten.
Israel unternimmt Schritte zur Sicherung der israelisch-ägyptischen Grenze, um sich gegen Eindringlinge und Angriffe zu schützen, zB den Bau einer Sicherheitsbarriere entlang der israelisch-ägyptischen Grenze. Bis heute wurden davon ca. 45 Kilometer errichtet, weitere 50 Kilometer befinden sich noch im Bau. Die Barriere soll insgesamt $360 Millionen kosten und 2012 fertig gestellt werden.
Angesichts der 1979 im israelisch-ägyptischen Friedensvertrag strikt festgelegten Anzahl an ägyptischen Sicherheitskräften, die auf Sinai stationiert werden dürfen, ist Israel ein Risiko eingegangen, indem es Ägypten den Einsatz zusätzlicher Kräfte und Geräte zur Verbesserung der Sicherheitskontrolle in diesem Gebiet erlaubt hat.
Trotz der Sicherheitsbedrohungen, die Israel entgegenstehen, hat Jerusalem weiterhin die humanitäre Hilfe im Gazastreifen erleichtert. In der Woche, in der die Attacke stattfand, ermöglichte Israel die Lieferung von beinahe 35.000 Tonnen Waren nach Gaza und erlaubte fast 300 Patienten und Familienmitgliedern die Einreise nach Israel oder die Ausreise in andere Länder zum Zwecke ärztlicher Behandlungen.  (siehe wöchentliche Aufstellungen der Hilfslieferungen in den Gazastreifen von COGAT.)
Israel strebt außerdem danach, seine Sicherheitsbeziehungen zu Ägypten zu wahren. Die israelische Regierung hat immer wieder die Wichtigkeit des Friedens mit ihrem südlichen Nachbarn betont. Wie der israelische Verteidigungsminister Barak sagte, ist „der israelisch-ägyptische Friedensvertrag von großer Wichtigkeit und strategischem Wert für die Stabilität in Nahost.”

Ganz anders sieht das die Arabische Liga:   Arab League chief: Egypt-Israel peace treaty not as sacred as the Koran

Die internationale Staatengemeinschaft muss sich weiterhin gegen die Gesetzlosigkeit Sinais aussprechen und die Notwendigkeit zur Erlangung der Kontrolle dieses Gebietes durch die ägyptischen Streitkräfte betonen.
Die internationale Gemeinschaft sollte auch weiterhin Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen die jüngste Welle der Raketenangriffe unterstützen. Im Laufe des vergangenen Jahres haben die Hamas und andere Terroristen mehr als 500 Raketen und Geschosse auf Israel abgefeuert.

Raketenbeschuss auf Israel 2010/2011

Grafik:  http://www.terrorism-info.org.il/malam_multimedia/English/eng_n/html/ipc_e224.htm

Dieser  Text wurde in Anlehnung an diesen Artikel bearbeitet.

Veröffentlicht am September 3, 2011, in Ägypten, Hamas, Internationale Gemeinschaft, Israels Recht auf Selbstverteidigung, Terror gegen Israel. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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