Frieden geht anders: Beispiele der Hetze gegen Israel

Das Thema der Hetze gegen Israel, speziell das der Ritualmord-Legenden, des “Pallywood“, der Märtyrerverherrlichung u.v.a.m. ist ein sehr weites Feld mit einer Vielzahl an Facetten, die auf das Gleiche hinauslaufen – Delegitimierung und Dämonisierung Israels. Die Bandbreite ist unglaublich weit, seit Jahrhunderten virulent und hatte im 20. Jahrhundert seinen abscheulich-unfassbaren Höhepunkt im tiefsten menschlichenmöglichen  Abgrund – der Shoah. Um also zu verstehen, dass Israel in seinen unmittelbaren lokalen Konfliktpartnern eigentlich nur schwerlich einen Friedenspartner sehen kann, liegt unter Anderem auch an diesem Umstand.

Jüngstes Beispiel (Nachtrag April 2012):  „Um Israel zu vernichten, muss sich die Palästinensische Autonomie vereinen, sonst wird es uns nicht gelingen“, erklärte die palästinensische Wohlfahrtsministerin Majida Al Masri. „Fatah und Hamas müssen sich unbedingt versöhnen, um endlich das Ziel, die Befreiung ganz Palästinas, zu erringen.“ Ihr Appell zur Wiedervereinigung erging im palästinensischen Rundfunk sowie in der Zeitung Al Hayat Al Jadida. Die Zeitung bringt zudem regelmäßig Cartoons, die “Eine Welt ohne Israel” promoten.

„Die internationale Gemeinschaft nimmt die Glorifizierung von Terroristen oder die Leugnung der Schoah in den palästinensischen Medien nicht wahr. Es ist einfacher zu überprüfen, ob in den Siedlungen gebaut wird, als die Hetze auf der palästinensischen Seite zu verfolgen. (…) Aber es ist unmöglich zu ignorieren, was in den palästinensischen Medien geschieht. Es gibt keine Erziehung zum Frieden, nicht einmal eine Diskussion solcher Themen. Das einzige, was man dort hört, ist, dass sie “nicht aufgeben werden”. Das ist alles“ , so Nan Jacques Zilberdik, eine Analystin bei Palestinian Media Watch (PMW).
Zum vollständigen Artikel in deutscher Übersetzung: Palästinensisches Fernsehen glorifiziert immer noch Terroranschläge gegen Israel

Auch Barry Rubin wundert sich in seinem Artikel Warum spielen westliche Eliten die Bedrohungen des Nahen Ostens herunter?:

“Aus irgendeinem Grund, den ich nicht so recht verstehe, berichten die westlichen Medien nicht über die buchstäblich hunderte dieser Art Predigten, Übertragungen in Fernsehen und Radio oder Artikel. Irgendwie werden sie als nicht wichtig angesehen, obwohl sie die Leute in Amokläufe treiben und einen Kompromissfrieden unmöglich machen.”

Doch wie sieht diese Hetze konkret aus, die sich im “blinden Fleck” des westlichen Auges bewegt und die leider größtenteils nur in der israelischen und jüdischen Seele fatale und alarmierende Erinnerungen und Vorwarnung zugleich hervorbringt?

Einige der hier aufgeführten Beispiele und vor allem die weiterführenden Links von PMW und MEMRI (Middle East Media Reserch Institute) zeigen, wie vielfältig und gleichzeitig redundant die Methoden der Hetze gegen Juden und ihren Staat http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=171031sind. Sie beweisen, dass das palästinensische Erziehungssystem, Medien, Literatur, Liedern, Theater, Kino, Internet und der Alltag zur Indoktrinierung missbraucht werden.
Die Aufstachelung zu Hass und Märtyrerverehrung sowie die antiisraelische und antisemitische Hetze in Kindergärten, Jugendbewegungen, Schulen, Universitäten, Moscheepredigten, Schulbüchern und dem Fernsehen hat viele Gesichter. Sie beginnt bei Verschwörungstheorien und Ritualmord-Legenden und endet bei der völligen Leugnung der Existenz des Staates Israel,http://israelmatzav.blogspot.de/2011/09/palestinians-no-israel-logo.html z.B. auf Landkarten, die weder den Namen Israel noch seine Städte und Ortschaften kennen, bis hin zu Organisationen, die im Logo “Palästinas” in den Grenzen Israels führen.
In den Sommerlagern der Hamas findet dann das entsprechende Training der Kinder zum bewaffneten Kampf statt. Und jüngst hat der Mufti der Palästinensischen Autonomiebehörde, http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/142881#.T4SJfNnD5yoMuhammad Hussein, bei den offiziellen Feierlichkeiten zum 47. Jahrestag der Gründung der Fatah eine Rede gehalten, in der er zur Ermordung aller Juden aufrief.

Beispiel “Protokolle der Weisen von Zion”:  internationale Historiker haben die „Protokolle der Weisen Zions“ als Fälschung durch die Geheimpolizei des russischen Zaren Nikolas II definiert, deren Ziel es war, die Juden des Landes für alle Probleme Russlands verantwortlich zu machen. Die “Protokolle” behaupteten, dass eine geheime Gruppe von Rabbinern Pläne aufstelle, die Welt zu erobern.http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Protokolle_der_Weisen_von_Zion

Das ägyptische Fernsehen hat 2002 eine Satire in 30 Teilen mit dem Titel „Reiter ohne Pferd“ produziert, die auf den „Protokollen der Weisen Zions“ basiert. Das bekannte antisemitische Werk deckt nach den Worten der Produzenten und Schauspieler der Serie die „bösartigen, zionistischen Pläne, Palästina an sich zu reißen“ auf. Die Serie wurde zu Beginn des Fastenmonats Ramadan ausgestrahlt. Mehr dazu…

Und so wie im ägyptischen TV der Ramadan mit Filmen wie “Reiter ohne Pferd” begangen wird, sendete einst der Hisbolla-TV-Sender Al-Manar im  Vorabendprogramm die Serie “Diaspora” und strahlt das palästinensische Fernsehen an Ramadan spezielle Kindersendungen aus, von PMW und MEMRI auch “Hamas TV” genannt.

Die WELT titelte dazu: Wie ermorde ich Juden und Amerikaner, wenn ich groß bin? Beantwortet wird dies von Farfur, der islamistischen Version von Micky http://en.wikipedia.org/wiki/Tomorrow%27s_PioneersMaus. Viele weitere Beispiele von derlei Kinderindoktrinationen lassen sich in der Video-library von PMW finden.

Ähnlich wie die Ritualmord-Legenden sind die Protokolle der Weisen von Zion die ursprünglichsten der antijüdischen Verschwörungen, die nur den Anfang der folgenden Entrechtungen, Pogrome und Ausrottungsversuche der Juden darstellten. Im Englischen “Libels” genannt gibt es zahlreiche dieser Art, nur modern aufgelegt – Stichworte: vergiftete Bonbons, Zerstörung der muslimischen Stätten in Jerusalem, Organdiebstahl, Ermordung Arafats und Verbreitung vonhttp://www.palwatch.org/main.aspx?fi=628&fld_id=628&doc_id=607 AIDS, Eroberungsbestrebungen für ein Großisrael und leider viele viele mehr, die bedauerlicherweise auch in westliche Medien ihren Weg finden. Zur PMW-Zusammenstellung der exemplarischsten neu-aufgelegten, modernen und antiisraelischen Libels.  Im “Zoo des Mossad” finden sie ihren abstrus-lustigen, in angeblichen Massakern wie dem von Jenin einen ihrer traurigen Höhepunkte.

Das jüngste gefährliche Gerücht der Araber: Israel will die Al-Aqsa-Moschee in jüdische und muslimische Bereiche teilen.

Im Iran und auch in den meisten der arabischen Staaten der Region funktioniert diese Indoktrination und Art der Hetze  nicht wesentlich anders, wie eine erschreckende Studie über iranische Schulbücher zeigt: Kinder als Dschihadisten und Märtyrer – “Wie süß, süß, süß ist der Tod”.
Und wen wundert es noch: auf der Frankfurter Buchmesse wurde unter der Überschrift „Jewish Conspiracy“ der Text http://www.matthiaskuentzel.de/contents/die-protokolle-der-weisen-von-zion-auf-der-frankfurter-buchmesseangeboten, der Hitlers Antisemitismus wie kein anderes Werk beeinflusste: Die „Protokolle der Weisen von Zion“, herausgegeben von der „Islamic Propagation Organization“ der „Islamic Republic of Iran“, wie Mattias Küntzel recherchierte.

Wie gesagt, “Frieden geht anders” und die Schuld für ein Stocken des Friedensprozesses oder gar für den Nahostkonflikt auf Israels Seite in der Siedlungsproblematik, dem Sicherheitszaun, der Ablehnung einer palästinensischen einseitigen Staatsgründung u.a. vermeintlich offensichtlichen “Friedenshindernissen” zu suchen, ist zu einfach.
Hiermit angerissen wurde nur oberflächlich das Thema der antiisraelischen Hetze, die weder vertrauensbildend noch friedensfördernd im israelisch-palästinensischen Verhältnis ist, auf israelischer Seite in vergleichbarer Weise nicht zu finden ist und von der die Öffentlichkeit, die gern schnell und zu Lasten Israels über die Situation in Nahost urteilt, keine Kenntnis nehmen möchte, aber sollte.
Zur intensiveren Recherche des Themas sei an dieser Stelle an PMW und MEMRIverwiesen, die diebezüglich unverzichtbare dokumentarische Arbeit leisten, ebenso wie Giyus, Impact-SE, HonestReporting und diverse Blogs.

Zum Abschluss nocheinmal ein Zitat aus dem o.g. Haaretz-Artikel mit Nan Jacques Zilberdik:

„Im palästinensischen Fernsehen “gibt es keine Botschaft des Friedens mit Israel”. (…) Es gibt keine Erziehung zum Frieden. Die neue palästinensische Generation, die palästinensisches Fernsehen schaut, hört nichts davon, dass Tel Aviv oder Ashkelon israelische Städte sind. Sie hört von besetzten Städten, die befreit werden müssen. Es gibt keinen Diskurs über Kompromisse oder Zugeständnisse. Andererseits, in den israelischen Medien gibt es solche Diskurse.“

Ein kleiner Nachtrag der Aktualität halber zum Fall Khader Adnan (22.2.2012): http://abcnews.go.com/blogs/headlines/2012/02/today-in-pictures-syria-uprising-mardi-gras-and-afghan-koran-burning/
Es handelt sich laut Israel um ein aktives und hochrangiges Mitglied des “Islamischen Jihad”, für den wiederum wegen seines Hungerstreiks, den er in israelischer Haft antrat, Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International “urgent action“-Aufrufe starteten und weit verbreitet Solidaritätskampagnen, -Demos uvm veranstaltet wurden. Manche Medien stilisierten ihn zu einem harmlosen Bäcker, der Opfer der grausamen israelischen Haftbedingungen wurde.

Das Foto rechts ist übrigens nach einer Solidaritätsdemonstration für Adnan am Dienstag, den 21.2., entstanden – Demonstranten schmeißen Steine auf das Auto einer israelischen Fahrerin auf der Straße zwischen Jerusalem und Hebron.

Aber was nun – ist Adnan ein unschuldiges Opfer des unmenschlichen Rechts- und Haftsystems Israels, für das man sich nicht stark genug einsetzen kann – oder ist er eine große Gefahr für Leben und Sicherheit von Israelis? Urteilen Sie selbst:

Ist nicht gerade in diesem Fall die Absurdität und Scheinheiligkeit des “blinden Fleck” der Öffentlichkeit hinsichtlich der Gefahr und des Zusammenhangs der Hetze  – in diesem Fall eben dieses Terrororganisationsmitgliedes und seiner Glorifizierung – als Auslöser tatsächlicher Gewalt unmittelbar herstellbar und ist es nicht eine Frage der Zeit, bis er – sobald wieder bei Kräften – die Hetzmaschinerie erneut anwirft und es nicht bei Steinen seiner jugendlichen Anhänger bleibt sondern aus ihnen eine neue Generation Terroristen, und wenn sie nicht dabei zu Shahids werden, neue Terrorführer werden?

Frieden geht anders.

(PS zum “Fall Adnan”: erinnert sei an das Schicksal von Gilad Schalit, an seine “Haftbedingungen” bei der Hamas und die nichtexistente ärztliche Betreuung und ohne Kontakt zur Außenwelt und vor allem die halbherzige Stellungnahme von Amnesty International nach 5 Jahren dazu, man möge ihn doch “besser unterbringen” …)

Veröffentlicht am Februar 21, 2012, in Antisemitismus, Delegitimierung Israels, Hamas, Iran, Palästinenser, Terror gegen Israel. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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